Entflechtung der Straßenbahn von der Fußgängerzone

HomeAlone
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Registriert: Mittwoch 6. Oktober 2010, 15:29

Re: Entflechtung der Straßenbahn von der Fußgängerzone

Beitrag von HomeAlone »

Da ich anhand Ihrer letzten Ausführungen und Ihres Tones annehme, dass Sie eine sehr starre Meinung haben, erkenne ich keinen Sinn diese Diskussion weiterzuführen.

busch
Beiträge: 10
Registriert: Sonntag 24. Oktober 2010, 18:16

Re: Entflechtung der Straßenbahn von der Fußgängerzone

Beitrag von busch »

Ok, mein Ton war im letzten Beitrag nicht immer in Ordnung und deswegen Entschuldigung.
Was aber die "starre Meinung" betrifft, so bin ich vom inhaltlichen meines Beitrages voll überzeugt.
Man sollte immer Kosten und Nutzen einer Maßnahme abwegen und keine Effekthascherei betreiben. Natürlich hört es sich gut an, wenn Erfurt sagen kann: Wir haben viele Vororte mit der Straßenbahn verbunden. Im Endeffekt muß aber der praktische Nutzen dahinter stehen und das sehe ich beim besten Willen nicht.
Man kann auch nicht glaubwürdug argumentieren, dass für eine Entflechtung der Bahn in der Innenstadt kein Geld vorhanden wäre und man gleichzeitig ernsthaft über eine Anbindung an Dittelstedt und Marbach nachdenkt.
Anderseits sehe ich an der geringen Resonanz meines Vorschlages, dass wahrscheinlich viele Erfurter eine Notwendigkeit der Entflechtung der Bahnen in der innerstädtischen Fußgängerzone, nicht sehen. Was ich wiederum nicht verstehen kann.
Liegt es daran, dass sie sich diese Veränderung technisch und organisatorisch nicht vorstellen können?
Oder liegt es daran, weil sie es prinzipiell ablehnen, da sie denken, es bringt für die Fahrgäste nur Nachteile?

HomeAlone
Beiträge: 42
Registriert: Mittwoch 6. Oktober 2010, 15:29

Re: Entflechtung der Straßenbahn von der Fußgängerzone

Beitrag von HomeAlone »

  1. Ich lehne Ihren Vorschlag nicht grundsätzlich ab.
    Ich denke jedoch,:
    dass die Umsetzung zum Einen anspruchsvoll ist,
    dass die allgemeine Akzeptanz dafür, etwas schon vorhandenes (die Verbindung Ost - West und Nord - Süd) zu optimieren niedriger ist, als etwas neu zu bauen (Anbindung eines Stadtteils),
    dass für solch ein komplexes Projekt jetzt und auch in naher Zukunft keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen werden,
    dass man versuchen sollte, durch kleinere Entlastungsmaßnahmen (Verbindungskurve im Gebiet Gorkistr./Theater/Brühler Garten und Verbindung Hirschgarten/Kaffeetrichter [zugegeben auch ein größeres Projekt]) die Situation zeitnah zu entschärfen.
  2. Ich kann Ihre Kritik an der Wiederinbetriebnahme der vorhandenen Eisenbahninfrastruktur nicht verstehen. Ich habe leider keine Zeit für eine detaillierte Gegenüberstellung, aber nur kurz als Anriss. Die Fahrzeit Bf Erfurt Nord - Erfurt Hbf beträgt heute 6 Minuten. Die Strecke vom Bf Erfurt Nord bis nach Marbach ist jedoch in etwa halb so lang. Sollte also mit entsprechend 3 Halten nicht wesentlich länger als 6 Minuten in Anspruch nehmen. Von der Straße der Nationen bis zum Anger benötigen Sie heute mindestens 14 Minuten. Bis zum Hbf entsprechend 2 Minuten mehr. So schnell wie auf der Eisenbahnschiene kommen Sie mit keiner Stadtbahn von Marbach in die Innenstadt. Und ich möchte sehen, wie Sie von Marbach zur Halstestelle Universität in 15 Minuten laufen!
    Sie haben zwar in gewisser Weiße recht damit, dass hier die Kirche ums Dorf getragen wird. Sie müssen sich aber vor Augen halten, dass die Eisenbahn eine wesentlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeit hat, als das bei der Straßen(Stadt)bahn der Fall ist.

busch
Beiträge: 10
Registriert: Sonntag 24. Oktober 2010, 18:16

Re: Entflechtung der Straßenbahn von der Fußgängerzone

Beitrag von busch »

Es geht einfach darum, welche Prioritäten zuerst gesetzt werden müssen. Natürlich kann man darüber nachdenken, das alte Gleis Marbach Hauptbahnhof zu aktivieren. Aber auch das kostet Geld. Von der Wichtigkeit her, halte ich das nicht für so dringend, weil die Menge der Marbacher Bürger die dann das in Anspruch nehmen würde, meines erachtens zu gering wäre.

Ich begrüße Ihre Vorschläge, welche Sie unter kleinere Entlastungsmaßnahmen aufgeführt haben. Denke aber dabei, das man hiermit auf halben Wege stehen bleibt.
Am meisten aber ärgert mich, dass offensichtlich keinerlei Interesse der Erfurter Bevölkerung vorliegt, auch nur über meinen Vorschlag zu diskutieren. Auch stelle ich fest, dass die Beteiligung an diesem Forum viel zu niedrig ist. Gründe dafür sehe ich u.a. auch in der mangelnden Werbung seitens der Stadtverwaltung, die Bürger für die Verkehrsentwicklung der Zukunft zu sensibilisieren.
Was sind denn die Vorstellungen des Stadtplanungsamtes konkret im ÖPNV?? Wie stellt man sich denn in der Erfurter Verwaltung die Entwicklung der innerstädtischen Fußgängerzone vor?? Soll das etwa so bleiben bis in alle Ewigkeit?? Sieht man diesen jetzigen Zustand als befriedigend an??
Ich jedenfalls kenne keine Vorstellungen darüber von der Stadtverwaltung. Wie wäre es denn, wenn man von seiten der Stadt mal konkret Stellung zu den Vorstellungen hier bezieht.

Grimm-VCD
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Registriert: Donnerstag 10. Juni 2010, 11:30

Re: Entflechtung der Straßenbahn von der Fußgängerzone

Beitrag von Grimm-VCD »

Mindestens eine Stadt "im Westen" kenne ich, wo die Straßenbahn genau so durch die Fußgängerzone der Innenstadt fährt: Freiburg i. Br.! Eine Stadt mit hoher Lebensqualität, auch die heimliche Öko-Hauptstadt Deutschlands genannt. So viel zum Thema: "doofe Ossis"!

Man sollte doch die Kirche im Dorf und die Straßenbahn in der Stadt lassen. Dort gehört sie hin, wie man an den vielen zufriedenen Nutzern sehen kann. Die "paar Schritte" vom J-Gagarin-Ring in die Innenstadt sind ein durchaus psychologisch ernst zu nehmendes Hindernis. Von der Tatsache einmal abgesehen, dass der Ring (leider) immer noch eine stark befahrene Autostraße ist. Wenn man ihn (für den MIV) still legte, wäre das vielleicht etwas anders ... (vgl.http://forum.erfurt.de/viewtopic.php?f=108&t=597) Dann müssten die Fahrgäste nicht erst noch den Autoverkehr durchlassen wenn sie zur Straßenbahn wollen.

Die Straßenbahn in Erfurt ist nicht zuletzt eine Touristen-Attraktion und verträgt sich doch alles in allem ganz gut mit Fußgänger- und Fahrradverkehr.

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