Verkehrsberuhigte Innenstadt

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ModeratorVEP1
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Verkehrsberuhigte Innenstadt

Beitrag von ModeratorVEP1 »

per E-Mail eingegangen:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Bausewein,
sehr geehrte Damen und Herren,

Immer wieder, mal das Andreasviertel mal das Gebiet um die Barfüßerkirche mal das Gebiet Brühl. Immer wieder versuchen die leidgeplagten Anwohner ihre "Sehnsucht nach Ruhe" den Verantwortlichen nahe zubringen.

Aber was geschieht: ... es wird diskutiert, es werden Untersuchungen in Auftrag gegeben (die wievielte, Mitte 2010 wurde wieder eine vergeben) ..., Handlungen sind jedoch nicht vorhanden.

Wie einfach wäre es. Erfurt ist eine Stadt die "ringförmig" angelegt wurde. Es wäre sehr einfach einen verkehrsarmen Bereich, Anwohner und Lieferverkehr (mit Fahrzeugen bis zu einer Gesamttonnage die sich an den Verhältnissen des Untergrundes der Straßen orientiert) durchzusetzen. Dieser Kreis: Juri-Gagarin-Ring, Schlüterstraße, Brühl, würde die Zufahrt zu allen öffentlichen Parkhäusern erlauben. Nicht mehr anfahrbare Parkplätze wie seitlich vom Domplatz, Rathausparkplatz, Eichenstraße könnte als Abstellplätze für Fahrräder genutzt werden, die dann auch nicht mehr wild in der Altstadt abgestellt (abgelegt) werden.

Die Innenstadt wäre mit einer derartigen Regelung fast eine Oase der Ruhe, Touristen, Besucher wie auch die Bewohner Erfurts könnten erholt nach einer Besichtigungstour oder Einkaufsbummel mit guten Erinnerungen die Innen-(Alt-)stadt von Erfurt verlassen. Touristen hätten auch ihren Erinnerungsfotos die tatsächliche angestrebten Objekte ohne Fahrräder bildlich festgehalten. Bestimmt ist es nicht die Absicht eines Touristen, Fahrräder der verschiedenen Hersteller, Modelle und Jahrgänge bildlich festzuhalten.

Es wäre so einfach etwas zu tun; diskutieren, Ortsbesichtigungen usw. reichen nicht. Es muss etwas geschehen. Vielleich wäre damit auch die Überlebenszeit der Rathausbrücke noch zu verlängern.

Mit freundlichen Grüßen

herz2000
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Re: Verkehrsberuhigte Innenstadt

Beitrag von herz2000 »

Da ist was dran. Insbesondere der Durchgangsverkehr (z.B. von der Andreasstraße über den Domplatz Richtung Mainzerhofplatz bzw. Kettenstraße/Regierungsstraße) könnte durch ein einfaches Verbot der Einfahrt von der Andreasstraße aus erheblich reduziert werden. Vom Lauentor aus könnten die Rechtsabbieger/Anlieger/Anwohner dann immer noch einfahren, aber der Durchgangsverkehr wäre raus.

ModeratorVEP1
Beiträge: 36
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Re: Verkehrsberuhigte Innenstadt

Beitrag von ModeratorVEP1 »

per E-Mail am 04.11.2010 eingegangen:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich sehr, dass Sie für die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt die Bürger beteiligen.

Sicher haben Sie schon von anderen Städten mit verkehrsfreien Innenstädten gehört.

Wenn man dies konsequent umsetzen will, sind mehrere Dinge dazu erforderlich:
1. Die Akzeptanz der Erfurter.
2. Klare Regeln ohne viele Sonderreglungen.
3. Investitionsmöglichkeiten.

Die Idee:
1. Um eine autofreie Stadt (nicht nur der innerste Kern) zu erreichen, muss die Parkfläche enorm teuer und eingeschränkt werden.
2. Gleichzeitig sollte die Bus- und Bahnanbindung optimiert und verstärkt werden, so dass man nur geringe Wartezeiten (max. 10-15min in umliegende Orte) hat.
3. Bus und Bahn sollte zu sehr geringen Kosten (z.B. Monatskarte für 5€) genutzt werden können. Dafür entfallen teure Straßenausbau- und Unterhaltungskosten.
4. Positiver Nebeneffekt ist die Nutzung der freigewordenen Verkehrsflächen für andere Zwecke (Straßencafes, Grünflächen, Spiel- und Sportflächen...). Die Stadt wird ruhiger, gesünder, viel attraktiver für Bewohner und Gäste und natürlich auch umweltfreundlicher.
5. Das Radwegenetz um Erfurt muss konsequent ausgebaut werden (z.B. nach Marbach, Salomonsborn, Alach..).
6. Durch die Umgehungsstraßen (Ost u. West) um Erfurt kann mehr Durchgangsverkehr aus der Stadt geleitet werden. Wenn man die Alleen, wie Staufenbergallee, Magdeburger Allee usw. nur noch einspurig durchleitet, regelt man indirekt durch längere Wartezeiten den Schwerlastverkehr um. Berufspendler werden, wenn sie mehr Zeit im Auto verbringen und schneller mit Bus und Bahn durchkommen, allmählich ihre Fahrgewohnheiten ändern. Straßen, wie die Staufenbergallee gewinnen erheblich an Wohnqualität, Lärm wird reduziert und ein Wohnen wird wieder möglich.

Autofreie Stadtprojekte gibt es genügend. Information und Erfahrungsaustausch mit anderen Städten ist hierbei sicher hilfreich.

Mit freundlichen Grüßen

ModeratorVEP1
Beiträge: 36
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Re: Verkehrsberuhigte Innenstadt

Beitrag von ModeratorVEP1 »

per E-Mail eingegangen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Blick auf die Notiz "Verkehrsentwicklungsplan Innenstadt" im o.g. Amtsblatt, S. 14, möchte ich Ihnen als Beitrag zur Debatte das Leitbild

"Anwohnerschutz und Verkehrsberuhigung"

vorschlagen. Aus der Sicht eines Nicht-Autofahrers, der die Straßenbahn häufig nutzt, lässt die Stadt Erfurt eine unverantwortlich hohe Zahl von Fahrzeugen durch die Innenstadt fahren. Dass bei den Planungen im Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung niemand an die Anwohner, die die Lärmbelastung zu ertragen haben, denkt, wird selbst in der genannten Notiz im Amtsblatt deutlich: Dort wird gefragt, "... welche Erfahrungen Sie als Fußgänger, Radfahrer, Nutzer des Nahverkehrs oder Kraftfahrer an die Erfurter Innenstadt haben" - warum wird nach den Erfahrungen der Anwohner nicht einmal gefragt?

Derselbe Punkt fällt mir in dem Artikel "Mit lachendem Gesicht Geschwindigkeit einhalten" auf S. 15 auf: die Anzeigegeräte sollen, so heißt es, "dort zum Einsatz kommen, wo es besondere Anforderungen aus der Verkehrssicherheit gibt, zum Beispiel im Umfeld von Grundschulen".
Nichts dagegen! - aber warum sind Wohngebiete, in denen Schulkinder nachmittags vielleicht mit dem Fahrrad unterwegs sein wollen, nicht ebenso wichtig? Als Anwohner am Domplatz bzw. in der Wilhelm-Külz-Straße kann ich mit voller Gewissheit sagen, dass die Stadt Erfurt in beiden Bereichen, die als Tempo30-Zonen ausgewiesen sind, noch nie die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung überwacht hat.

Unter dem Leitbild "Anwohnerschutz und Verkehrsberuhigung" würde ich mir vorstellen,
- dass von wenigen Durchgangsstraßen abgesehen konsequent Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden,
- dass der Straßenraum in diesen Zonen fachgerecht für die Entschleunigung des Verkehrs eingerichtet wird,
- dass die Verminderung von Verkehr, der nicht direkt Anwohnerverkehr ist, höchste Priorität erhält.

Es würde mich sehr freuen, wenn ich in der Zukunft den Eindruck gewinnen könnte, dass das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung von seinem bisherigen Leitbild "in der Stadt wohnen die Autos - die Bürger wohnen im EFH am Stadtrand" abkommt!

Mit freundlichen Grüßen,

Gesperrt

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