Stadtbäume statt Brücken?

Das Forum zum Neubau der Rathausbrücken war bis zum 13. März 2015 12:00 geöffnet.
Moderator_RHB_1
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Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Moderator_RHB_1 » Mittwoch 11. Februar 2015, 15:16

Die neuen Brücken sollen dem Gewässer mehr Raum und der Krämerbrücke mehr Erlebbarkeit ermöglichen. Dafür müssen vier Bäume weichen. Wird der Neubau nicht in diesem Jahr begonnen, werden die Brücken gesperrt. Und zwar so lange, bis eine neue Finanzierung zustande gekommen ist.

falcao16
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von falcao16 » Sonntag 22. Februar 2015, 20:10

Wieder solche Drohungen - die Brücke müsse dann gesperrt werden.
Na da wird sie eben gesperrt.
Dieses mal sollen vier Bäume gefällt werden, am Stadion 300, an der Gera 200 usw. usf. Ich bin mal auf die Ersatzpflanzungen gespannt.

Redakteur_RHB_2
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Redakteur_RHB_2 » Dienstag 24. Februar 2015, 14:09

falcao16 hat geschrieben:Wieder solche Drohungen - die Brücke müsse dann gesperrt werden.
Na da wird sie eben gesperrt.
Dieses mal sollen vier Bäume gefällt werden, am Stadion 300, an der Gera 200 usw. usf. Ich bin mal auf die Ersatzpflanzungen gespannt.
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Sollten die statischen Untersuchungen an den Brücken in den nächsten 2 Monaten dieses Ergebnis bringen, sind je nach Zustand 3 Szenarien denkbar:
Entweder
a) es kann noch weiter so bleiben oder
b) die Brücke wird für den Fahrverkehr auf 3,5 t herabgestuft oder
c) die Brücke wird für den Kfz-Verkehr gänzlich gesperrt.

Wie Sie sicherlich wissen, benötigt man für Baumfällungen eine entsprechende Baumfällgenehmigung. In dieser ist der Ausgleich eindeutig nach den derzeit gültigen Richtlinien und Gesetzen geregelt. In der Regel ist die Anzahl der neu zu pflanzenden Bäume höher als die Anzahl der gefällten.
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FrauAnne
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von FrauAnne » Sonntag 1. März 2015, 21:38

ja, für mich ist die entscheidung klar für die sicherung der bäume und dann mal schauen welche der drei varianten mit der brücke geht.

ich würde die krämerbrücke sehr gerne lieber mit bäumen erleben. das ist für mich mehr erleben als ohne grün. wenn ich besuchern immer die stadt zeige ist es doch da am schönsten wo auch noch grün ist. das schafft einfach eine vollkommen andere atmosphäre als nur häuser! viel einladender, heimischer, gemütlicher, ruhiger. bume vermitteln wohlgefühl :)

Redakteur_RHB_2
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Redakteur_RHB_2 » Montag 2. März 2015, 07:40

FrauAnne hat geschrieben:ja, für mich ist die entscheidung klar für die sicherung der bäume und dann mal schauen welche der drei varianten mit der brücke geht.

ich würde die krämerbrücke sehr gerne lieber mit bäumen erleben. das ist für mich mehr erleben als ohne grün. wenn ich besuchern immer die stadt zeige ist es doch da am schönsten wo auch noch grün ist. das schafft einfach eine vollkommen andere atmosphäre als nur häuser! viel einladender, heimischer, gemütlicher, ruhiger. bume vermitteln wohlgefühl :)
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Sehr geehrte Frau Anne,

Ihr Kommentar zeigt mir, dass Sie die Problematik nicht durchdrungen haben. Bei den Bäumen bleibt alles erhalten und für die Brücke wird dann nach einer der von mir aufgezeigten Zustandsszenarien gesichert. Diese 3 Szenarien sind als vorübergehende Sicherung zum Erhalt des Verkehrs zu verstehen, nicht als Dauerlösung. Die Brücken müssen zwangsläufig eher früher als später neu gebaut werden. Das ist unbestritten.
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Christine Beckert
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Christine Beckert » Donnerstag 5. März 2015, 19:03

FrauAnne hat geschrieben:
ich würde die krämerbrücke sehr gerne lieber mit bäumen erleben. das ist für mich mehr erleben als ohne grün. wenn ich besuchern immer die stadt zeige ist es doch da am schönsten wo auch noch grün ist. das schafft einfach eine vollkommen andere atmosphäre als nur häuser! viel einladender, heimischer, gemütlicher, ruhiger. bume vermitteln wohlgefühl :)
Hallo Frau Anne,

mit diesem Gefühl sind Sie nicht allein. Dass Bäume in einer Stadt eine wichtige psychologische Funktion haben, empfinden viele Menschen so. Das belegen auch Studien. Zum Beispiel die des Immobilien-Portals immonet. Hier wurden 1.500 Einwohner aus 15 deutschen Großstädten nach verschiedenen Standort- und Imagefaktoren befragt. Ziel war herauszufinden, in was für Städten sich die Deutschen emotional am wohlsten fühlen. Das Ergebnis: Grünflächen und Sicherheit sind die wichtigsten Faktoren für Zufriedenheit!

Insofern Frau Anne: Willkommen im Club! ;-)

Erfurt-Brückenstadt
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Erfurt-Brückenstadt » Donnerstag 5. März 2015, 20:18

Tja Frau Beckert, wie schon anderer Stelle gesagt, scheint Erfurt nach Ihre Interpretation grüntechnisch den Rang 2 nach der Wüste Gobi zu haben. Wenn Bäume die nach Ihrer Ansicht eine psychologische Wirkung entfalten (wo steht denn sowas?), dann scheinen einige Vertreter der BI schon lange kein Grün mehr gesehen zu haben. Zumindest macht diese Verbohrtheit und Kompromisslosigkeit in der Diskussion, verbunden mit einer ausufernden Medienkampanie langsam Angst.

falcao16
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von falcao16 » Montag 9. März 2015, 12:46

Baumfällgenehmigungne werden zu schnell erteilt. Deswegen müssen sie auch oft genug zurückgenommen werden, wenn die Kettensäge nicht schneller war. Und das Zauberwort Neupflanzung ist doch nur Schein. Der Baum ist schnell gefällt und für die Neupflanzung ist dann kein Geld da. Alles schon gehabt. Und mit so einer Neupflanzung ist es nicht getan. Es reicht eben nicht aus, mal schneel ein Bäumchen mehr zu pflanzen. Um ein erwachsenen Baum zu ersetzen, braucht es weit aus mehr.

Tatka
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Tatka » Montag 9. März 2015, 13:18

Frage ist doch was man unter "erleben" versteht. Mir scheint da doch, das Verständnis von Stadtparlament und Verwaltung bedeutet: möglichst viele Buden zu den Stadtfesten unterzubringen. Hier geht es meiner Meinung nach, um die Ensemblewirkung des wichtigsten Denkmals in Erfurt. Und das wurde in der Planung nicht entsprechend berücksichtigt bzw. Von der Verwaltung schlichtweg verschludert. Nun wird ein Drohszenario aufgebaut um die Bürger unter Druck zu setzen. Übrigens Feuerwehr : die fährt immer von der marktstrasse an! Alle vier Wochen zu erleben wenn mal wieder Fehlalarm auf der Brücke ist.

Erfurt-Brückenstadt
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Erfurt-Brückenstadt » Montag 9. März 2015, 14:51

Tatka hat geschrieben:Frage ist doch was man unter "erleben" versteht. Mir scheint da doch, das Verständnis von Stadtparlament und Verwaltung bedeutet: möglichst viele Buden zu den Stadtfesten unterzubringen. Hier geht es meiner Meinung nach, um die Ensemblewirkung des wichtigsten Denkmals in Erfurt. Und das wurde in der Planung nicht entsprechend berücksichtigt bzw. Von der Verwaltung schlichtweg verschludert. Nun wird ein Drohszenario aufgebaut um die Bürger unter Druck zu setzen. Übrigens Feuerwehr : die fährt immer von der marktstrasse an! Alle vier Wochen zu erleben wenn mal wieder Fehlalarm auf der Brücke ist.
Ja Tatka, und warum fährt wohl die Fw von der Marktstraße heran? Weil die Rathausbrücke mit 7,5 t Gesamtlast nicht ausreichend tragfähig ist. Ich verwies schon einmal an anderer Stelle auf die Notwendigkeit eines Mindestmaßes an Hintergrundwissen um eine lösungsorientierte Diskussion zu führen. Solcher verbaler Unsinn wie "verschludert" oder "Drohszeanrio" sind völlig kontraproduktiv. Es sei denn Sie wollen nur Dampf ablassen...

Christine Beckert
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Christine Beckert » Montag 9. März 2015, 15:12

Erfurt-Brückenstadt hat geschrieben:Wenn Bäume die nach Ihrer Ansicht eine psychologische Wirkung entfalten (wo steht denn sowas?), dann scheinen einige Vertreter der BI schon lange kein Grün mehr gesehen zu haben.


Zum Beispiel hier steht das geschrieben:
Laut einer britischen Langzeitstudie (1991 - 2008) sind Menschen, die in der Nähe von Grünflächen wohnen, mit ihrem Leben zufriedener und haben weniger psychische Probleme als Stadtbewohner bei denen das Grau von Häusern und Straßen vorherrscht. Die Studie beruht auf Daten von 5.000 Haushalten und mehr als 10.000 Studienteilnehmern. Untersucht wurde, wie sich Parks und Grünflächen auf die Psyche und die Lebenszufriedenheit der Stadtbewohner auswirken. Die Studie wurde im Fachmagazin “Psychological Science” veröffentlicht.

Oder auch hier steht das geschrieben:
Für die Frage, in welchen Städten sich die Deutschen emotional am wohlsten fühlen, befragte das Immobilien-Portal immonet 1.500 Einwohner aus 15 deutschen Großstädten nach verschiedenen Standort- und Imagefaktoren. Das Ergebnis: Grünflächen und Sicherheit sind die wichtigsten Faktoren für Zufriedenheit.

Wer einen aufmerksamem Blick ins Internet oder in einschlägige Fachliteratur wirft, wird feststellen, dass es ganz viele Studien gibt, die alle übereinstimmend belegen, das Grünflächen und Bäume eine positive psychologische Wirkung entfalten.

Andere Städte haben die Erkenntnis darüber und über andere positive Auswirkungen von Stadtbäumen übrigens schon lange gewonnen. Zum Beispiel Berlin: Hier initiierte die Stadt sogar eine Kampagne für mehr Stadtbäume! http://www.stadtentwicklung.berlin.de/u ... tart.shtml

Christine Beckert
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Christine Beckert » Montag 9. März 2015, 15:23

Erfurt-Brückenstadt hat geschrieben:Ich verwies schon einmal an anderer Stelle auf die Notwendigkeit eines Mindestmaßes an Hintergrundwissen um eine lösungsorientierte Diskussion zu führen. Solcher verbaler Unsinn wie "verschludert" oder "Drohszeanrio" sind völlig kontraproduktiv. Es sei denn Sie wollen nur Dampf ablassen...
... Sie meinen also Dampf, im Sinn, wie Sie selbst ihn hier ablassen, Herr Erfurt-Brückenstadt?:
Erfurt-Brückenstadt hat geschrieben:Tja Frau Beckert, wie schon anderer Stelle gesagt, scheint Erfurt nach Ihre Interpretation grüntechnisch den Rang 2 nach der Wüste Gobi zu haben. Wenn Bäume die nach Ihrer Ansicht eine psychologische Wirkung entfalten (wo steht denn sowas?), dann scheinen einige Vertreter der BI schon lange kein Grün mehr gesehen zu haben. Zumindest macht diese Verbohrtheit und Kompromisslosigkeit in der Diskussion, verbunden mit einer ausufernden Medienkampanie langsam Angst.
Erfurt-Brückenstadt hat geschrieben:Ja Tatka, und warum fährt wohl die Fw von der Marktstraße heran? Weil die Rathausbrücke mit 7,5 t Gesamtlast nicht ausreichend tragfähig ist.
Die neue Brücke, auch die Variante der BI, wird eine ausreichende Traglast haben.

PRO-Brücken
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von PRO-Brücken » Montag 9. März 2015, 16:12

Christine Beckert hat geschrieben:
... Sie meinen also Dampf, im Sinn, wie Sie selbst ihn hier ablassen, Herr Erfurt-Brückenstadt?:
Erfurt-Brückenstadt hat geschrieben:Ja Tatka, und warum fährt wohl die Fw von der Marktstraße heran? Weil die Rathausbrücke mit 7,5 t Gesamtlast nicht ausreichend tragfähig ist.
Die neue Brücke, auch die Variante der BI, wird eine ausreichende Traglast haben.
Sie kapieren es einfach nicht! Oder wollen nicht? Das weiß ich bisher nicht so genau.
Gut finde ich auch, dass Sie Ihr männliches Feindbild an einem Herren Erfurt-Brückenstadt gefunden haben. Mir ist es bislang noch nicht gelungen, zu mutmaßen, ob sich hinter diesem Nickname Männlein oder Weiblein verbirgt.

Aber jetzt zur Sache an sich:
Es ist sicherlich so, dass HERR [;-)] Erfurt-Brückenstadt gemeint hat, dass die Feuerwehr zur Zeit von der Marktstraße gefahren kommt, weil die Brücke marode ist und das Feuerwehrauto ein wenig mehr wiegt als die Resttragfähigkeit der alten Brücke zulässt.
Wichtig ist nicht nur, dass die Feuerwehr da durchfahren kann, sondern auch stehen, wenn es mal auf der Krämerbrücke brennt oder jemend mit der Leiter gerettet werden muss. Welcher Platz dann dort zum Aufstellen bei einer schmalen Brücke und evtl. noch irgendwelchen Buden sein sol, erschließt sich mir nicht.
Die Sicherheit scheint man hier immer auszublenden?!

Übrigens sind es immernoch insgesamt 2 Brücken!
Die Variante der BI und Ihres Brückeningenieurs hätte ich mal gerne gesehen bzw. ein paar Kenndaten erfahren. Welche Lastannahmen wurden getroffen, sind aktuelle Richtlinien und Normen eingehalten worden, wie wären die Brücken optisch einzuordnen? Sicherlich wird die Brücke halten, aber wielange und passt Sie sich auch optisch in die Innenstadt ein? Das ist nämlich bei der jetzt geplanten Variante der Fall gewesen. Wie schauts mit der Gesamtstärke des Überbaus aus? Soll es evtl. eine hässliche Stahlträgerbrücke sein, die man evtl. höchstens heute noch in einem Gewerbegebiet bauen würde oder wo die Optik keine Rolle spielt.
Fragen über Fragen, die die BI aber nirgends beantworten will?!

florinchen
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von florinchen » Montag 9. März 2015, 22:53

Sehr geehrte/r PRO-Brücken!
Da Sie sich als Ingenieur /Brückenbau geoutet haben, hoffe ich auf eine fachliche Diskussion der verschiedenen Lösungsvarianten, wenngleich auch eher nicht innerhalb dieses Forums.
Lasst uns BRÜCKEN BAUEN im wahrsten Sinne des Wortes!

Eine der Alternativen zu der von der Stadt favorisierten Spannbetonbrücke mit einer 5m tiefen Dükerung über die ganze Brücken-und Insellänge wurde im Workshop/Arbeitsgespräch am 16.2. vorgestellt und besteht in einer:

ebenso flachen Stahlträger-Betonverbundbrücke mit beiderseitigen Gehweg-Auskragung, je 5 baumwurzelschonenden Bohrpfahlgründungen, hergestellt in Ortbetonschalung auf Stahlträgern aufliegend (und daher wesentlich flacher und wurzelschonend).
Die Stahlträger sind verstärkte Breitflansch-Träger und sind unter der Brücke liegend kaum wahrnehmbar,die Versorgungsleitungen liegen hierbei zwischen beiden Trägern.
Die Tragkraft entspricht einer BKl 60, d.h. auf beiden Brücken könnten jeweils 4 Feuerwehr-Fahrzeuge der Klassen HLF 20/40, DLK 23/12 bzw. TLF 20-40 mit je 15 bis 16 t stehen, übrigens auch bei einer Breite von 9 m...

Ralf Müller
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Ralf Müller » Dienstag 10. März 2015, 10:30

@florinchen

Cooler Beitrag!

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