Stadtbäume statt Brücken?

Das Forum zum Neubau der Rathausbrücken war bis zum 13. März 2015 12:00 geöffnet.
PRO-Brücken
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von PRO-Brücken » Dienstag 10. März 2015, 14:44

florinchen hat geschrieben:Sehr geehrte/r PRO-Brücken!
Da Sie sich als Ingenieur /Brückenbau geoutet haben, hoffe ich auf eine fachliche Diskussion der verschiedenen Lösungsvarianten, wenngleich auch eher nicht innerhalb dieses Forums.
Lasst uns BRÜCKEN BAUEN im wahrsten Sinne des Wortes!

Eine der Alternativen zu der von der Stadt favorisierten Spannbetonbrücke mit einer 5m tiefen Dükerung über die ganze Brücken-und Insellänge wurde im Workshop/Arbeitsgespräch am 16.2. vorgestellt und besteht in einer:

ebenso flachen Stahlträger-Betonverbundbrücke mit beiderseitigen Gehweg-Auskragung, je 5 baumwurzelschonenden Bohrpfahlgründungen, hergestellt in Ortbetonschalung auf Stahlträgern aufliegend (und daher wesentlich flacher und wurzelschonend).
Die Stahlträger sind verstärkte Breitflansch-Träger und sind unter der Brücke liegend kaum wahrnehmbar,die Versorgungsleitungen liegen hierbei zwischen beiden Trägern.
Die Tragkraft entspricht einer BKl 60, d.h. auf beiden Brücken könnten jeweils 4 Feuerwehr-Fahrzeuge der Klassen HLF 20/40, DLK 23/12 bzw. TLF 20-40 mit je 15 bis 16 t stehen, übrigens auch bei einer Breite von 9 m...
1.) Die in der Bürgerversammlung vorgestellte, geplante Brücke ist keine "Spannbetonbrücke"
2.) Gehweg-Auskragung? Es soll keine separaten Gehwege mehr geben bei der geplanten, ebenen Mischverkehrsfläche.
3.) Die Bezeichnung BKL 60 gibt es schon seit 2003 nicht mehr. Die Eurocodes sind seit geraumer Zeit verbindliche anzuwenden. Ob die neuen anzusetzenden Lastannahmen die Brücke dann wirklich im Überbau so schmal erscheinen lassen, sei dahin gestellt. Für die Innenstadt eine optisch "suboptimale" Lösung.

Henrik Zimmermann
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Henrik Zimmermann » Dienstag 10. März 2015, 15:59

PRO-Brücken hat geschrieben:
florinchen hat geschrieben:Sehr geehrte/r PRO-Brücken!
Da Sie sich als Ingenieur /Brückenbau geoutet haben, hoffe ich auf eine fachliche Diskussion der verschiedenen Lösungsvarianten, wenngleich auch eher nicht innerhalb dieses Forums.
Lasst uns BRÜCKEN BAUEN im wahrsten Sinne des Wortes!

...
1.) Die in der Bürgerversammlung vorgestellte, geplante Brücke ist keine "Spannbetonbrücke"
2.) Gehweg-Auskragung? Es soll keine separaten Gehwege mehr geben bei der geplanten, ebenen Mischverkehrsfläche.
3.) Die Bezeichnung BKL 60 gibt es schon seit 2003 nicht mehr. Die Eurocodes sind seit geraumer Zeit verbindliche anzuwenden. Ob die neuen anzusetzenden Lastannahmen die Brücke dann wirklich im Überbau so schmal erscheinen lassen, sei dahin gestellt. Für die Innenstadt eine optisch "suboptimale" Lösung.
Hallo PRO-Brücken,

früher hieß es mal: "Dem Ingeneur ist nichts zu schwer!" Und die Ingeneure waren stolz drauf.

Also, nehmen Sie die Herausforderung und das Angebot von florinchen an!
Mit Ihren Fach- u. Verordnungskenntnissen sind Sie genau der Richtige, um die noch fehlenden Puzzleteilchen richtig zu setzen.
Es sollte Ihnen doch möglich sein, die von Ihnen kritisierten Punkte konstruktiv zu lösen.

Freundliche Grüße
H. Zimmermann

CHKHKL
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von CHKHKL » Dienstag 10. März 2015, 18:07

In Erfurt muß aus Altersgründen/Bauzustand eine Brücke erneuert werden.Diese soll den Anforderungen dieses Jahrhunderts entsprechen. Auf ihr (z.B.Töpfermarkt) und in ihrem Umfeld finden mehrmals im Jahr von zig Tausend Gästen besuchte Veranstaltungen statt.
Nun frage ich mich, hat unter diesen Anforderungen sich die Brücke (Breite unnd andere Kriterien) nach den Bäumen zu richten , oder ????

Also : Brücke wie vorgesehen bauen und Bäume weg , zumal andere Varianten laut Medien zusätzlich über 150 000 € kosten. Außerdem sollen Ersatzbäume gepflanzt werden.

Unverständlich für mich , dass jetzt Abgeordnete fraktionsübergreifend umfallen, zumal die nächste Stadtratswahl erst in vier Jahren stattfindet und bis dahin niemand mehr an die vier bis neun gefällten Bäume denkt.

K.-H.Kl. 99091 erfurrt

florinchen
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von florinchen » Mittwoch 11. März 2015, 00:19

Sehr geehrte/r PRO-Brücken,

1.einleitend möchte ich zu Bedenken geben, daß ich mich beruflich zwar mit Brückenbau beschäftige, aber kein Ingenieur bin!
und so war für mich die Bezeichnung einer "vorgespannten Platte" des erwählten 4. Preises des Ing.büros Sobek Synonym für eine Spannbeton-Brücke.

2. das Thema Mischverkehrsfläche ist nicht nur Ihnen bekannt, doch sollte laut Planungsvorgaben aufgrund der Brückenbreite in jedem Fall eine optische Trennung der Gehwege erfolgen, sei es durch Belagwechsel o.ä., bzw. durch einen 3 cm hohen Tiefbord, insofern ist durchaus von "Gehweg" zu sprechen, siehe auch Querschnitt Variante Sobek

3. in der Tragfähigkeit /Verkehrslast besteht, unabhängig von der gewählten Normierung, ob nun BKl oder Eurocodes, ja wohl kein Unterschied, wenn sie bis 60t belastbar ist, für eine Befahrung mit Panzern sind beide Brücken NICHT geeignet!

4. "suboptimale Variante" nach welchen Kriterien soll das bemessen werden, wer hat das zu entscheiden?? bitte aber nicht die Planer/Verwaltung, denen eine "schöne Brücke" wichtiger als der Baumerhalt ist, nur weil sie eine gekrümmte Unterkante besitzt, aber eine viel tiefere Ausschachtung/Schalung benötigt als die Stahlträger-Variante.
Leider ist der so tolle Querschnitt allenfalls von der Wasseroberfläche (also von den Enten) zu betrachten, denn beide Varianten haben ungefähr die gleiche Aufbau-Höhe und können an den Außenkanten genauso grazil gestaltet werden. Hätten das nicht auch die Bürger VOR der Erstellung der Ausführungsplanung entscheiden dürfen?

5. unverständlich erscheint mir das Festhalten am Sobek´schen Entwurf auch insofern, daß diese Variante erwählt wurde u.a. weil : "der Baumbestand zum größten Teil erhalten" werden kann....und nun "plötzlich" doch alle 4 (+ 5) Bäume gefällt werden sollen, wer täuscht hier wen??
auch war zum Zeitpunkt des Zuschlages das Ver-und Entsorgungs-Leitungs-Problem nicht gelöst.
die Varianten einiger Mitbewerber wurden wegen einer zu teuren Düker-Lösung abgelehnt, und nun wird auch bei Sobek plötzlich gedükert, Geld spielt nun keine Rolle mehr.
Und Grabungen von 5m unter Brückenoberkante unter dem Breitstrom und der Mittelinsel in einem "archäologischen Relevanzgebiet 1. Ordnung" einfach in Kauf genommen.
Hätte da nicht über die Preisvergabe neu entschieden werden müssen, denn Verzögerungen gab es eh genug?

OBWOHL ES AUCH ANDERS, und v.a. baumwurzelschonender, GEHT
die entsprechenden Pläne liegen allen Fraktionen im Stadtrat vor.

6. Brückenbreite: in der Ausschreibung 2008 war noch von 2000 KFZ DTV und einer "Steuerung des Abstellens der KFZ" die Rede, somit ist die Brückenbreite den neuen Erfordernissen der verkehrsberuhigten Innenstadt anzupassen!

PRO-Brücken
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von PRO-Brücken » Mittwoch 11. März 2015, 07:59

florinchen hat geschrieben:Sehr geehrte/r PRO-Brücken,

1.einleitend möchte ich zu Bedenken geben, daß ich mich beruflich zwar mit Brückenbau beschäftige, aber kein Ingenieur bin!
und so war für mich die Bezeichnung einer "vorgespannten Platte" des erwählten 4. Preises des Ing.büros Sobek Synonym für eine Spannbeton-Brücke.

2. das Thema Mischverkehrsfläche ist nicht nur Ihnen bekannt, doch sollte laut Planungsvorgaben aufgrund der Brückenbreite in jedem Fall eine optische Trennung der Gehwege erfolgen, sei es durch Belagwechsel o.ä., bzw. durch einen 3 cm hohen Tiefbord, insofern ist durchaus von "Gehweg" zu sprechen, siehe auch Querschnitt Variante Sobek

3. in der Tragfähigkeit /Verkehrslast besteht, unabhängig von der gewählten Normierung, ob nun BKl oder Eurocodes, ja wohl kein Unterschied, wenn sie bis 60t belastbar ist, für eine Befahrung mit Panzern sind beide Brücken NICHT geeignet!

4. "suboptimale Variante" nach welchen Kriterien soll das bemessen werden, wer hat das zu entscheiden?? bitte aber nicht die Planer/Verwaltung, denen eine "schöne Brücke" wichtiger als der Baumerhalt ist, nur weil sie eine gekrümmte Unterkante besitzt, aber eine viel tiefere Ausschachtung/Schalung benötigt als die Stahlträger-Variante.
Leider ist der so tolle Querschnitt allenfalls von der Wasseroberfläche (also von den Enten) zu betrachten, denn beide Varianten haben ungefähr die gleiche Aufbau-Höhe und können an den Außenkanten genauso grazil gestaltet werden. Hätten das nicht auch die Bürger VOR der Erstellung der Ausführungsplanung entscheiden dürfen?

5. unverständlich erscheint mir das Festhalten am Sobek´schen Entwurf auch insofern, daß diese Variante erwählt wurde u.a. weil : "der Baumbestand zum größten Teil erhalten" werden kann....und nun "plötzlich" doch alle 4 (+ 5) Bäume gefällt werden sollen, wer täuscht hier wen??
auch war zum Zeitpunkt des Zuschlages das Ver-und Entsorgungs-Leitungs-Problem nicht gelöst.
die Varianten einiger Mitbewerber wurden wegen einer zu teuren Düker-Lösung abgelehnt, und nun wird auch bei Sobek plötzlich gedükert, Geld spielt nun keine Rolle mehr.
Und Grabungen von 5m unter Brückenoberkante unter dem Breitstrom und der Mittelinsel in einem "archäologischen Relevanzgebiet 1. Ordnung" einfach in Kauf genommen.
Hätte da nicht über die Preisvergabe neu entschieden werden müssen, denn Verzögerungen gab es eh genug?

OBWOHL ES AUCH ANDERS, und v.a. baumwurzelschonender, GEHT
die entsprechenden Pläne liegen allen Fraktionen im Stadtrat vor.

6. Brückenbreite: in der Ausschreibung 2008 war noch von 2000 KFZ DTV und einer "Steuerung des Abstellens der KFZ" die Rede, somit ist die Brückenbreite den neuen Erfordernissen der verkehrsberuhigten Innenstadt anzupassen!

Wertes Florinchen,

1.) Wenn Sie beruflich mit Brückenbau zu tun haben, wundert es mich um so mehr, dass Sie hier so gefährliches Halbwissen und teilweise Unwahrheiten verbreiten.

2.)Wenn Sie zur Bürgerversammlung im Dezember waren, können Sie sich sicher noch an den gezeigten Querschnitt vom Büro Sobek erinnern?
Eine optische Trennung wird es nicht geben, mit Absicht!Es soll überall der gleiche Belag verwendet werden, OHNE Borde also eben aneinandergereiht.
Ein 3 cm Tiefbord? Was ist das? Entweder ein Tiefbord, Rundbord oder Hochbord. Hier sollen doch nur zwei Entwässerungsrinnen ohne Anschlag ausgebildet werden!

3.) Bei der Dimensionierung zählen nicht nur Gesamtlasten sondern auch höhere Rad- bzw. Punktlasten.

4.) Bürger zwischen technischen Brückenvarianten unterscheiden zu lassen ist wohl ein wenig weit hergeholt. Übrigens gibt es immernoch Ansprüche an die Optik in der Innenstadt und dafür ein ganzes Amt voller Stadtplaner.

5.) Aha! Wo steht das, dass der Baumbestand weitestgehend erhalten werden kann? Soweit mir bekannt ist wurde sogar schon in dem in Passagen vorgelesenen Wettbewerbstext auf die Problematik Widerlager/ 4 große Bäume hingewiesen.
Die Frage ist wer den Düker bezahlen muss? Vermutlich wird dies nicht die Stadt sein. Es gibt auch Richtlinien, die das Unterbringen von Leitungen im Querschnitt untersagen.
Egal in welcher mittelalterlichen Innenstadt auch, die Archäologie ist überall betroffen. Das ist ganz normal. Oder sollte man genauso nicht bauen und buddeln dürfen, weil dort evtl. Bombengefahr besteht durch Abwürfe im Krieg?

Ich hoffe nur, dass Ihr Vorschlag auch an die Fachleute in den Ämtern und an das planende Büro ging. Was sollen die Abgeordneten damit? Wenn da drauf steht, die Variante geht auch, können es die Stadträte doch noch lange nicht prüfen bzw. nachvollziehen, ob es auch wirklich so ist.

6.) Die geplante Mischverkehrsfläche entspricht doch genau der Begegnungszone. Ein verkehrsberuhigter Bereich wird es doch auch nach dem Umbau WIEDER sein. Ist denn im Wettbewerbstext schon so detailliert auf die Anforderungen hinsichtlich Feuerwehr und Stadtfeste hingewiesen gewesen? Kann ich mir kaum vorstellen, da ein Wettbewerb nicht mehr als eine Art Konzeptstudie ist und noch vor den detaillierten Planungen anzusiedeln ist.

Henrik Zimmermann
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Henrik Zimmermann » Mittwoch 11. März 2015, 14:02

PRO-Brücken hat geschrieben: ...
5.) Aha! Wo steht das, dass der Baumbestand weitestgehend erhalten werden kann? Soweit mir bekannt ist wurde sogar schon in dem in Passagen vorgelesenen Wettbewerbstext auf die Problematik Widerlager/ 4 große Bäume hingewiesen.
Die Frage ist wer den Düker bezahlen muss? Vermutlich wird dies nicht die Stadt sein. Es gibt auch Richtlinien, die das Unterbringen von Leitungen im Querschnitt untersagen....

6.) Die geplante Mischverkehrsfläche entspricht doch genau der Begegnungszone. Ein verkehrsberuhigter Bereich wird es doch auch nach dem Umbau WIEDER sein. Ist denn im Wettbewerbstext schon so detailliert auf die Anforderungen hinsichtlich Feuerwehr und Stadtfeste hingewiesen gewesen? Kann ich mir kaum vorstellen, da ein Wettbewerb nicht mehr als eine Art Konzeptstudie ist und noch vor den detaillierten Planungen anzusiedeln ist.
Die Aussagen von PRO-Brücken zum Wettbewerb scheinen meine Befürchtungen voll zu bestätigen, leider.
Alles nur als "grünes Feigenblatt" für die städtebauliche Blöße!

Zitat 1 aus dem Wettbewerb: Die Mittelinsel ist heute stark mit vitalen zum Teil sehr großen schützenswerten Bäumen bestanden (Vitalität
2, Baumhöhe bis zu 20m, Kronendurchmesser bis zu 16m). Das Wurzelwerk der Bäume unmittelbar an den Breitstrombrücken wirkt sich zT negativ auf die Stabilität der Unterbauten dieser Brücken aus. Diese Bäume stehen zum Teil im zu erwartenden Baufeld und können ggf. unter Bautätigkeit nicht erhalten werden. Der Baumbestand hat eine gewässerökologische Funktion.


Für mich ist das die Aufforderung, den Erhalt der Bäume aktiv in die Planungen einzubeziehen, nicht der Freibrief, diese abzuholzen.
Wenn die baumschonende Bohrpfahlgründung alternativ möglich ist, stellt sich eher die Frage, ob hier bei der Brückenauswahl der eigene Wettbewerbstext ausreichend gewürdigt wurde. Hat damals eigentlich jemand aus Jury und/oder Tiefbauamt die Entwürfe auf dieses Kriterium hin hinterfragt?

Zitat 2 aus dem Wettbewerb: Der schmale Zwischenraum zwischen der Krämerbrücke und dem Straßenzug Rathausbrücke ist heute
eine räumlich und gestalterisch ungeklärte und ungelöste unattraktive sog. Restfläche mit verschmutzungsanfälligen Bodendeckern und abschüssiger Überleitung zu den heute verlandeten Flussbereichen der Mittelinsel unter der Krämerbrücke hindurch. Die Fachwerkgebäude auf der Krämerbrücke und die eigentliche historische Brückenkonstruktion sind von Süden nicht ausreichend wahrnehmbar.


Genau diese im Wettbewerb ausdrücklich bemängelte Situation wird mit einer/zwei schmaleren, von der Krämerbrücke abgesetzten, Rathausbrücke/n wahrscheinlich am besten beseitigt.

Zitat 3 aus dem Wettbewerb: Borde führen zum Teil zu Problemen bei der Außenbewirtschaftung und Straßenraumnutzung für Veranstaltungen, Märkte etc.

Mehr als diese Zeilen zur Straßenbeschaffenheit unter "Sonstige Informationen" steht zum Thema Märkte nicht im Text, nichts zu Marktbuden, nichts zu Bühnen. Wenn dies heute wesentliche Beweggründe für die geplante Rathausbrücken-Ebene sind, so wurde entweder schon beim Wettbewerb nicht mit offenen Karten gespielt oder zumindest eine öffentliche Diskussion (Zum WIE hat Ralf Müller alles erforderliche gesagt.) der neuen Prioritäten hätte stattfinden müssen.
So taugt der Wettbewerb jedenfalls hier nicht mehr als Argumentationsgrundlage und damit auch nicht mehr der "Siegerentwurf", also die ursprünglich 4.-beste Lösung nach Einschätzung der Fach- und Sachpreisrichter!

@PRO-Brücken: Erst Dükerung* auf keinen Fall (siehe auch Wettbewerbsauswertung: "Die vorgeschlagene Dükerung kann u. a. aus Kostengründen nicht akzeptiert werden."). Jetzt doch mit Dükerung: Wer bezahlt das denn Ihrer Meinung nach? Der Architekt privat? Der Planer? Ich vermute doch eher der Bauherr(=Stadt) oder der Steuerzahler(=Stadt).

H. Zimmermann

* Dükerung: Unterquerung des Flusses für Versorgungsleitungen (Ich hoffe, meine Laien-Formulierung trifft es in etwa.)

florinchen
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von florinchen » Mittwoch 11. März 2015, 15:39

Betr: Querschnitt:
Die von mir aufgeführten Zitate stammen, ebenso wie der erwähnte Querschnitt der Sobek-Brücke aus den derzeit (noch) im Internet nachlesbaren Fakten zum Realisierungswettbewerb Rathausbrücke unter Erfurt.de, die Ihnen H. Zimmermann oben erneut aufgeführt hat!
Leider liegen uns Bürgern keine Ausführungpläne vor, um nachzuprüfen, ob und wie tief das Büro Sobek die 5m breite Mittelbahn von den beiderseitigen 3,15m Seitenbahnen absenken wollte...und inwiefern sich auch in anderer Hinsicht an die Planungsvorgaben gehalten wurde....

Betr: Ästhetik:
über die man gewiß streiten kann, aber wie sehr sich auch ein Stadtplanungsamt mal "vergreifen" kann bzw. eben nicht eingreift...wird z.B. nicht nur mir jedes mal beim Anblick des Angerecks deutlich.
Daher sollte in jedem Fall bei sensiblen Projekten die Verantwortung NICHT NUR bei den Ämtern oder dem teilweise von der Verwaltung (bewußt?) nicht ausreichend informierten Stadtrat sondern auch beim ERFURTER BÜRGER liegen!

Betr: Alternativpläne:
ICH habe beruflich nichts mit Bauwesen zu tun, die vorliegenden Alternativ-Pläne aber entstammen den Berechnungen eines Bauingenieurs!

Tatka
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Tatka » Donnerstag 12. März 2015, 10:35

Erfurt-Brückenstadt hat geschrieben:
Tatka hat geschrieben:Frage ist doch was man unter "erleben" versteht. Mir scheint da doch, das Verständnis von Stadtparlament und Verwaltung bedeutet: möglichst viele Buden zu den Stadtfesten unterzubringen. Hier geht es meiner Meinung nach, um die Ensemblewirkung des wichtigsten Denkmals in Erfurt. Und das wurde in der Planung nicht entsprechend berücksichtigt bzw. Von der Verwaltung schlichtweg verschludert. Nun wird ein Drohszenario aufgebaut um die Bürger unter Druck zu setzen. Übrigens Feuerwehr : die fährt immer von der marktstrasse an! Alle vier Wochen zu erleben wenn mal wieder Fehlalarm auf der Brücke ist.
Ja Tatka, und warum fährt wohl die Fw von der Marktstraße heran? Weil die Rathausbrücke mit 7,5 t Gesamtlast nicht ausreichend tragfähig ist. Ich verwies schon einmal an anderer Stelle auf die Notwendigkeit eines Mindestmaßes an Hintergrundwissen um eine lösungsorientierte Diskussion zu führen. Solcher verbaler Unsinn wie "verschludert" oder "Drohszeanrio" sind völlig kontraproduktiv. Es sei denn Sie wollen nur Dampf ablassen...
Nun ja, könnte es nicht einfach sein, das der Weg von der Feuerwehrwache zur Krämerbrücke durch die Marktstrasse um einiges kürzer ist, als einmal "um den Pudding" zu fahren? Und ist es die Aufgabe eines Moderators, mir zur unterstellen ich hätte nicht ein "Mindestmass an Hintergrundwissen" dies ist also der Umgangston wenn es um die Diskussion mit dem interessierten Bürger geht? Interessant! "Verschludert", oder sagen wir besser ignoriert, vielleicht auch verschlampt hat die Verwaltung die Anfrage der Grünen, ob eine schmalere Brückenvariante möglich ist(2009). Und natürlich ist es ein "Drohszenario" wenn die Verwaltung, die baldige Sperrung der Brücke in Aussicht stellt, wenn nicht sofort gebaut wird.

Cotta
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Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Cotta » Freitag 13. März 2015, 01:04

Es "müssen" gar keine Bäume weichen.
Zu den Bäumen und deren Wurzelverlauf hat es noch gar keine nähere Untersuchung gegeben. Lediglich beim Bergahorn und der Robinie (die schon vielfältige Vorschäden hat) kann man Wurzelverläufe erahnen und muss mglw. in den sauren Apfel "Fällung" beißen.

Die Frage des Moderators ist schon sehr suggestiv. Man könnte auch antworten "Stadtbäume und Brücken!"
Mit einer anderen Variante an Brücke - in diesem Forum gibt es dazu sehr viele sinnvolle Lösungsbeispiele - ist die Rettung zumindest der Bäume zwischen Rathaus- und Krämerbrücke vorstellbar.

Pragmatiker
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Registriert: Freitag 13. März 2015, 08:46

Re: Stadtbäume statt Brücken?

Beitrag von Pragmatiker » Freitag 13. März 2015, 10:17

Redakteur_RHB_2 hat geschrieben:
falcao16 hat geschrieben:Wieder solche Drohungen - die Brücke müsse dann gesperrt werden.
Na da wird sie eben gesperrt.
Dieses mal sollen vier Bäume gefällt werden, am Stadion 300, an der Gera 200 usw. usf. Ich bin mal auf die Ersatzpflanzungen gespannt.
<<<
Sollten die statischen Untersuchungen an den Brücken in den nächsten 2 Monaten dieses Ergebnis bringen, sind je nach Zustand 3 Szenarien denkbar:
Entweder
a) es kann noch weiter so bleiben oder
b) die Brücke wird für den Fahrverkehr auf 3,5 t herabgestuft oder
c) die Brücke wird für den Kfz-Verkehr gänzlich gesperrt.

Wie Sie sicherlich wissen, benötigt man für Baumfällungen eine entsprechende Baumfällgenehmigung. In dieser ist der Ausgleich eindeutig nach den derzeit gültigen Richtlinien und Gesetzen geregelt. In der Regel ist die Anzahl der neu zu pflanzenden Bäume höher als die Anzahl der gefällten.
>>>

Sehr geehrter Redakteur_RHB_2,

bei allem Verständnis dafür, dass Sie die interessen der Stadtverwaltung vertreten (müssen?), muss ich Ihnen doch insbesondere zu Ihren letzten beiden Sätzen widersprechen. Eigene Erlebnisse mit Baumfällungen innerhalb des Stadtgebietes der Stadt Erfurt haben gezeigt, dass die Stadtverwaltung selbst recht leger mit dem Thema Baumschutz umgeht. Hier zwei Beispiele:
  1. In den letzten 4 Wochen wurde direkt auf dem Ringelberg am Leinefelder Weg (nördlich der Kreuzung zum Radeberger Weg) eine mit Großgrün (also Bäumen, die unter die Baumschutzsatzung der Stadt Erfurt fallen) bewachsene Fläche von ca. 4.700 m² gerodet. Diese Fläche ist laut dem für den Ringelberg gültigen Bebauungsplan als Ausgleichsfläche vorgesehen und deshalb zur Bepflanzung mit Bäumen festgeschrieben! Wieso genehmigt die Stadtverwaltung Erfurt deratig eklatante Verstöße gegen Bebauungsplan sowie Baumschutzsatzung? Oder ist diese Rodung dem Umweltamt vielleicht noch gar nicht bekannt? In diesem leiten Sie die Info bistte an das Umweltamt weiter und betrachten Sie es Anzeige gegen unbekannt!
  • Die Stadtverwaltung Erfurt hat in den Jahren 2011-13 auf dem Ringelberg im Bereich zwischen Wagenfeldstraße, Walter-Gropius-Straße und Josef-Albers-Straße auf einer Fläche von ca. 3.300 m² die vorherige Planung so verändert, dass dort die ursprünglich zur Pflanzung vorgesehenen 40 Bäume quasi mit einem Federstrich beseitigt und durch mehrgeschossige Neubauten ersetzt worden sind. Und dies hat der Stadtrat mit Zustimmung aller Fraktionen (!) auch noch für gut befunden.


Insofern ist es sicherlich verständlich, wenn ich, alle Versprechungen der Stadtverwaltung Erfurt, neue Bäume pflanzen zu lassen, mit äußerster Skepsis betrachte.

Und bitte bedenken Sie immer: Jeder neu gepflanzte Baum kostet in Anschaffung, Pflanzung und Pflege auch Geld. Und trotzdem ersetzen solche Neupflanzungen keinen großen Altbestand. Deshalb müssen - wie Sie selbst richtig schreiben - in der Regel für einen gefällten großen Baum auch immer mehrere (!) neue kleine gepflanzt werden. Wo soll dafür Platz im Bereich der Krämerbrücke sein? Ein Ersatz an anderer Stelle ist nur Augenauswischerei.

Darüberhinaus sehe ich eine klaren Widerspruch in der Argumentationskette, wenn einerseits eine Rathausbrückenbreite von ca. 11 m gefordert wird und gleichzeitig von einer dadurch entstehenden besseren Erlebbarkeit der Krämerbrücke gesprochen wird. Meines Erachtens sollte die Rathausbrücke so schmal wie möglich gebaut werden. Das einzig akzeptable Breitenkriterium wäre für mich die Forderung der Feuerwehr auf eine Mindestbreite, damit der Noteinsatz an der Krämerbrücke gewährleistet werden kann. Es soll eine Brücke gebaut werden und kein Platz, auf dem Bühnen stehen können. Was pasiert, wenn dort eine Bühne steht und die Feuerwehr an die Krämerbrücke muss? Innerhalb von wieviel Minuten ist eine solche Bühne demontiert? ... Arme Krämerbrückenhäuser!

Gesperrt

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