Neue Brücken - neue Bäume ?

Das Forum zum Neubau der Rathausbrücken war bis zum 13. März 2015 12:00 geöffnet.
FrauAnne
Beiträge: 8
Registriert: Freitag 27. Februar 2015, 22:21

Re: Neue Brücken - neue Bäume ?

Beitrag von FrauAnne » Montag 9. März 2015, 21:37

@Stadtbewohner: vielen dank für ihren beitrag.
mir ergeht es ebenso in diesem forum.

schade und ich hoffe, daß es in zukunft eine andere und konstruktivere art der auseinandersetzung und bürgerbeteiligung in erfurt geben wird.
so empfinde ich es tatsächlich in den meisten fällen als destruktives aufeinander eingehacke - und es ist egal welche seite!

@ralf müller: danke für ihre oftmals ausgleichenden und vermittelnden worte!!

meine meinung - hier gehört ein mediator her. in jedem guten forum gibt es regelungen für den gemeinsamen umgang. hier leider nicht. ich fände gut, wenn solche umgangsregeln eingeführt würden und neutrale personen für deren erfüllung sorgen würden.
(und während ich den letzten satz schreibe, denke ich, daß als nächster kritikpunkt dazu sicher kommen wird: "wer soll diese personen bezahlen?" ich rechne also schon mit angreifenden kommentaren. eine ungünstige voraussetzung für konstruktives miteinander - egal ob auf stadtebene, geschäftlich oder privat. ich werde dann nicht gehört, sondern meine aussagen lediglich instrumentalisiert für die eigene meinung.)

so wie bisher jedenfalls sehe ich das forum als zweckverfehlt. ich freue mich, wenn wir alle daraus lernen.

Henrik Zimmermann
Beiträge: 7
Registriert: Donnerstag 19. Februar 2015, 18:20

Re: Neue Brücken - neue Bäume ?

Beitrag von Henrik Zimmermann » Dienstag 10. März 2015, 00:47

Von 365 Tagen sind es nicht viele Tage, an denen die Rathausbrücken Großveranstaltungen dienen. Trotzdem scheint die bislang vom Stadtrat präferierte Planung der Stadtverwaltung genau auf diese wenigen Tage ausgelegt.
Der Wettbewerbsausschreibung nach würde auch eine 9 m breite Brücke alle Ansprüche erfüllen, aber jetzt müssen es 10,80 m sein. Warum? An der Größe der Sonderfahrzeuge (Müll, Feuerwehr) allein kann es nicht liegen. Auch bei einem Anwachsen der Stadt sind die über die Rathausbrücken zu erreichenden Wohnquartiere begrenzt, so dass der Anwohnerverkehr es auch nicht sein kann. Waren die schmaleren Wettbewerbsentwürfe also von Vornherein nur für die Galerie?

An den Markt-Buden soll die Mindestbreite von 10,80 m auch nicht liegen. Davon haben wir (persönliche Meinung) auch bereits genug auf den verschiedenen Plätzen der Stadt. Es wird kein Besucher weniger zum Krämerbrückenfest kommen, nur weil keine Bühne auf den Rathausbrücken steht. Wenn wir Erfurter zu Stadtfesten auf Buden und Bühne auf den Rathausbrücken verzichten könnten, dann wären vielleicht auch geringere Anforderungen an Brückenlager- und Fundamente möglich.
Wie die schöne begehbare Rasenfläche auf der Südinsel nach dem ersten Krämerbrückenfest aussehen wird, will ich mir erst gar nicht vorstellen. Wahrscheinlich wird diese dann drei Monate rekultiviert und zum Weihnachtsmarkt im Glühweinrausch wieder platt gemacht. (Polemik aus)

Warum nicht wirklich ökologisch denken? Kann man heute vielleicht schon ein, zwei 10-jährige Bäume auf der Südinsel pflanzen, die dann in 20-30 Jahren wenn die alten Bäume tatsächlich gefällt werden müssten, dafür sorgen, dass die „Wunde“ nicht gar so groß ist? Muss es ein „totaler Kahlschlag“ für die Baufreiheit sein? Wie würden wir alle als Menschen reagieren, wenn wir bei einer „expertenbestimmten Restlebenserwartung“ von vielleicht 10-15 Jahren zwangsweise in „Seniorenauffanglager“ umgesiedelt würden? Entschuldigung: Die Fragen sind zu philosophisch für das Forum hier.

Die Stadt Erfurt wird nicht müde, ihre belebte und bewohnte Innenstadt zu preisen. Aber Innenstadtbewohner haben auch manchmal andere Ansprüche an und eine andere Sicht auf ihr direktes Umfeld als die Stadtplaner. Zudem beschleicht sicher nicht nur mich zunehmend das Gefühl, dass bei der Stadtentwicklung letztendlich der ungehinderte Festbesucher- und Touristenstrom sowie die Quadratmeter- und Geschossflächenzahlen der Investoren im Zweifelsfalle mehr gelten. Einige jüngere Projekt-Diskussionen im Stadtrat zeigen, dass man sich dort auch nicht mehr mit jeder Entscheidung ganz wohlfühlt.

200-Tausend Einwohner für den demokratischen Willensprozess zur Frage "Rathausbrücken" zu gewinnen ist sicher unmöglich, aber bei Wahlen geben sich Politiker ja auch gern mit geringeren Beteiligungen zufrieden, wenn nur die Prozente stimmen. Es sollte außerdem nicht wirklich verwundern, dass Menschen zu Themen vor ihrer Haustür einen stärkeren Bezug haben und sich entsprechend äußern, genau das ist hier fachlich argumentativ und emotional geschehen. Dass der Beteiligungsprozess in Erfurt insgesamt verbesserbar ist, hat zumindest der OB bereits eingeräumt. Und alle, die hier gegen die vermeintlich ideologisch verbohrten BI (im Besonderen und Allgemeinen) Stellung beziehen, sollten wissen, dass die Konfrontationen meist erst dann entstehen, wenn vor dem Bürgerdialog bereits unverrückbare Fakten geschaffen wurden.

Egal, wie die neuen Rathausbrücken letztendlich gebaut werden, wenn wir aus diesem schmerzlichen Prozess langfristig eine bessere Dialog-Kultur herausbilden, hat Erfurt dabei auch etwas gewonnen.
Mein Dank, mein Respekt und meine Sympathie dafür an alle, die trotz des rauen Klimas hier im Forum ihre Fragen gestellt, die Dinge in Frage gestellt, ihre Alternativen und Meinungen vorgestellt haben.

Sabine Heublein
Beiträge: 1
Registriert: Dienstag 10. März 2015, 21:35

Re: Neue Brücken - neue Bäume ?

Beitrag von Sabine Heublein » Dienstag 10. März 2015, 21:56

Hallo,

als Nicht-Ingenieur und Nicht-BI-Mitglied verfolge ich dieses Forum schon seit einiger Zeit.

Viele Gedanken/Meinungen, die auch ich teile, sind hier schon ausgiebig mitgeteilt, argumentiert, hinterfragt und kritisiert worden. Ebenso der Umgangston hier, der mich wirklich erschreckt, um nicht zu sagen abgeschreckt hat.
Meine Sicht auf die Dinge:
Ja, auch ich mag die Krämerbrücke/Rathausbrücke MIT Bäumen lieber also ohne.
Auch ich kann mir eine schmalere Brückenvariante sehr gut vorstellen.
Auch mir stellt sich die Frage, was die Prämissen für die Planungsvorgaben gewesen sind - vor allem die im Hintergrund.
Was die Buden und Bühnen angeht kann ich mich nur @Hendrik Zimmermann anschließen!

Ich bin neugierig auf die Auswertung des Forums und wünsche einen schönen Abend!

S. Heublein

Gesperrt

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