Seite 1 von 1

Nahverkehr und Individualverkehr (Auto) besser Syncronisiere

Verfasst: Dienstag 8. September 2009, 16:05
von Michaelb
Ich würde ein Modell wie in der Stadt Zürich anregen wollen. Da sind die Parkgebühren für mehr als 1h um ca. 50 Cent teurer als die Tageskarte Nahverkehr Stadt. Das hat dazu geführt, dass die Stadt mehr Einnahmen hatte, entweder durch Nahverkher oder Parkgebühr und dazu kam, dass die Innenstadt weniger Autos zu verkraften hatte. Übrigens kann man das auch so kombinieren, dass der Parkschein für PundR als Tagesticket Evag gilt und dann nur halb so teuer wie das normale Tagesticket ist.
Heute gibt es auch Jahreskarten für das Parken in der Stadt Zürich zu einem günstigeren Pauschalpreis. Vorteil für die Stadt: Sie hat das Geld gleich am Anfang des Jahres und kann damit arbeiten. Die Karte steckt man einfach hinter die Scheibe und fertig.

Schwierig wird es ggf. mit privaten Parkhäusern, so es welche gibt. Da muss man sicher viel Überzeugungsarbeit leisten. Beim Thema Überzeugung muss man noch dazu sagen, dass die zusätzlichen Einnahmen ausschließlich für Soziale und Ökologische Zwecke eingesetzt wurden. Die Bürger wurden jedes Jahr informiert, wieviel Mehreinnahmen und was damit für Ihre Stadt gemacht wurde. Zum Beispiel würden sie ggf. mehr für Parken bezahlen, wenn sie bessere Radwege damit "erkaufen" würden. Das leuchtet dann jedem Bürger ein. Oder ein neuer Spielplatz etc. Etwas für den Bürger erlebbares eben, an dem er vielleicht auch aktiv mitarbeiten kann - Stichwort Quartiersmanagement.

Beispiel Zürich

Verfasst: Mittwoch 9. September 2009, 13:31
von Oyan
Also die Schweizer Lösungen zum ÖPNV sind wirklich zukunftweisend. Das betrifft zum einen den Verbundtakt, d.h. egal von welchem Dorf der Bürger losfährt, er hat alle halbe Stunde Anschluss an den nächsten Umsteigepunkt und muss dort nicht länger als zehn Minuten auf seinen Anschluss warten, egal wo er hin will!. Das bekommt die EVAG nicht mal im Stadtgebiet hin.

Zürich ist dann gleich ganz veschärft. Die Idee mit den Parkgebühren ist pfiffig, allerdings braucht es dafür ein leistungsfähigen ÖPNV und ausreichend (kostenlose!) P&R-Plätze vor der Stadt mit Anbindung im zehn Minuten Takt. Außerdem eine deutliche Reduzierung der Ticketpreise, wie in Zürich. Die sind in Erfurt sowieso viel zu hoch.

Dazu könnte eine Chipkarte an die Nutzer der P&R Plätze ausgegeben werden, welche aufgeladen werden kann. Damit kann bei der EVAG bezahlt werden und in allen Geschäften die eingekaufte Ware gespeichert werden. Ein Shuttleservise bringt dann alle 30 oder 60 Minuten die gekauften Waren direkt zum geparkten Fahrzeug! Das wäre ja mal Service.
Erfurt hat eine so gute Anbindung an das Fernstraßennetz, dass es auch kein Problem sein dürfte, geeignete P&R Flächen zu finden, die sich problemlos an die EVAG anschliessen lassen. So das GVZ via Schiene-Hauptbahnhof, IKEA-via Tram 2 oder noch besser die alte S-Bahn EF, Thüringenpark dito. Naja wie auch immer.

Bezahlt werden könnte der ganze Spass aus den erhöhten Parkgebühren der "Nobelparker" in der Stadt und mit den ersparten Investaufwendungen für Straßen und Brücken und Gebäudeschäden.
Natürlich erfordert das ein strenges Parkregime in der Stadt, Amsterdam bietet sich da als Beispiel an. Anwohnerparkplätze sollte es nur für in Erfurt zugelassene Fahrzeuge. Mit anderen Worten: wer in Erfurt Kfz-Steuern zahlt, der darf auch auf Anwohnerparkplätze. "Ausländische" Kennzeichen müssen draussen bleiben, oder zahlen halt teure Parkgebühren. Auch z.B. Landtagsabgeordnete, also keine Ausnahmen für irgendwelche "VIP´s" und solche, die sich dafür halten.

Re: Nahverkehr und Individualverkehr (Auto) besser Syncronisiere

Verfasst: Samstag 12. September 2009, 22:05
von UZi
Wäre mal eine Überlegung wert.... Ist halt die Frage, wenn ich mit mehreren im Auto bin, wie viel billiger die EVAG werden müsste (oder das Parken teurer), damit sich der Umstieg lohnt.