Meinung zur Neuregelung der Verkehrserschließung

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Steffen Knipschild
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Meinung zur Neuregelung der Verkehrserschließung

Beitrag von Steffen Knipschild » Donnerstag 21. Oktober 2010, 13:09

Zuerst einmal möchte ich mich bedanken für die Bereitschaft der Stadtverwaltung die Anwohner des Andreasviertels in die Planung von Stadtentwicklungen mit einzubeziehen. Dies war in der Vergangenheit eher nicht der Fall.
Mit großem Interesse habe ich gestern die Veranstaltung verfolgt und freue mich, dass – bis auf wenige Ausnahmen – ein sachlicher Meinungsaustausch & Diskussion zustande gekommen ist.
Ich als Anwohner und Gewerbetreibender im Andreasviertel (Pergamentergasse) möchte mich in die Diskussion einbringen und folgende Punkte ansprechen:
1. Beschilderung
Die Beschilderung der Strassen ist schlecht. Ich möchte dies am Beispiel Einfahrt in die Pergamentergasse erläutern:
Wenn ein Fahrzeug in die Pergamentergasse einfährt, muss der Fahrer mehr aufpassen, dass er nicht mit Fußgängern, welche regelmäßig bei „Rot“ der Fußgängerampel die Straße überqueren, kollidiert, als dass er in der Lage ist die Menge an Verkehrsschildern, welche am Eingang der Pergamentergasse stehen, im vorbeifahren zu erfassen. Dies hat kaum etwas mit der Geschwindigkeit des jeweiligen Fahrzeugs zu tun, schon bei langsamer Fahrt muss die Aufmerksamkeit eher auf dem Fußgängerverkehr liegen, als auf der Orientierung an Verkehrsschildern.
Das überqueren der Fußgängerampel bei „Rot“ betrifft zudem im überwiegendem Maß den Radverkehr, welcher sowohl in Fahrtrichtung, als auch entgegengesetzt der erlaubten Fahrtrichtung regelmäßig diese Ampel bei „Rot“ überquert.
Sehr oft, wenn „Parksünder“, welche vor meinem Geschäft (Pergamentergasse 45) dann doch mal ein „Knöllchen“ bekommen haben, und ich mit ihnen ins Gespräch komme, stellt sich heraus, dass sie gar nicht wissen, dass sie im Parkverbot stehen. Hinzu kommt, dass die Kennzeichnung der erlaubten Parkflächen durch die verwendeten silbrigen Markierungen z.B. bei Schnee auf den Strassen hinfällig ist (lt. Aussage der kontrollierenden Mitarbeiter des Ordnungsamtes). Heißt das, dass z.B. bei Schneefall geparkt werden darf, wo man will, weil die zum parken freigegebenen "gekennzeichneten Flächen" eh nicht zu erkennen sind?
Die momentane Beschilderung ist zu klein, zu viel, zu unübersichtlich, und das nicht nur an der von mir beschriebenen Stelle der Einfahrt in die Pergamentergasse.
2. Poller Augunstinerstrasse
Diesen Vorschlag begrüße ich, dadurch würde der Anwohnerverkehr der Wohnanlage Drachengasse aus dem Andreasviertel „verbannt“
3. Geschwindigkeit
Dies ist ein sehr großes Problem. Zu hohe Geschwindigkeit verursacht, insbesondere auf dem (auch) in der Pergamentergasse verwendeten Kopfsteinpflasterbelag, eine enorm hohe Lärmbelastung. Gerade am Anfang der Pergamentergasse, wo insbesondere nachts, Fahrzeuge sehr schnell in die Pergamentergasse einfahren und erst später ihre Geschwindigkeit reduzieren, ist die Lärmbelastung sehr hoch. Im Sommer, bei offenem Fenster, ist auswärtiger Besuch regelmäßig aus dem Schlaf aufgewacht, weil solch hohe Lärmbelastungen auftreten. Man selbst hat sich an diese Geräusche mittlerweile gewöhnt, wacht nicht mehr auf – eigentlich erschreckend!
Laut Stadtverwaltung ist eine Geschwindigkeitsmessung z.B. an dieser Stelle nicht möglich, weil entsprechende Messanlagen nicht zur Verfügung stehen.
Ergo: Wer einmal schnell durch Häuserschluchten fahren will, ein GoKart- oder F1-Erlebnis haben will, und das auch sicher unbestraft erleben will ... dem empfehle ich die ersten Meter der Pergamentergasse ... Toll!
4. Sperrung LKW gr. 7,5t
Diesen Vorschlag muss ich als Gewerbetreibender ablehnen.
Zum einen ist es so, dass kaum ein LKW-Fahrer freiwillig in die engen Gassen einfährt, Probleme gibt es im Wesentlichen in Verbindung mit Baustellenverkehr. Wenn ein LKW-Fahrer nicht ins Andreasviertel muss, bleibt er sicher freiwillig draußen. Das Problem ist aus meiner Sicht, wenn überhaupt, eher untergeordnet.
Zum anderen ist es so, dass Möbel, für mein Möbelfachgeschäft, im Wesentlichen mit großen LKW (Sattelauflieger oder KLW mit Anhänger) angeliefert werden. Diese winke ich fast immer rückwärts aus der Pergamentergasse raus, weil kein Fahrer wirklich weiter in die Gasse einfahren will.
Problematisch hierbei ist es dann, wenn Fahrzeuge vor meinem Geschäft im Parkverbot stehen, der LKW somit zum Entladen auf der Straße stehen muss, dahinter sich PKW stauen und dann ebenso wieder rückwärts ausfahren müssen. Kann der LKW im Parkverbot – zum Entladen – direkt vor meinem Haus stehen, können die Fahrzeuge vorbeifahren, es entstehen keine Behinderungen.
Mein Versuch mit der Stadt hierüber ins Gespräch zu kommen, eine bessere, andere, Beschilderung zu erreichen, ist regelmäßig gescheitert – selbst eigene Versuche den Bereich vor dem Haus Pergamentergasse 45 als Parkverbotszone zu kennzeichnen wurden mir schriftlich untersagt.
5. Umkehrung Einbahnstrasse Pergamentergasse
Diese Variante muss ich ablehnen. Es gibt keinen wirklichen Grund für diese Maßnahme und würde z.B. mir als Gewerbetreibenden die Situation bei der Warenanlieferung erheblich erschweren – und auch dem Andreasviertel deutlich mehr Störungen im Verkehrsfluss bringen.
Ich möchte die Folgen dieser Idee schildern: Aktuell kann ich meinen Lieferverkehr zu einem sehr großem Anteil aus dem Andreasviertel heraushalten - oben beschrieben. Sollte die Pergamentergasse Einbahnstrasse in ungekehrter Richtung werden, würde dieser Lieferverkehr komplett durch die Moritzstrasse und Pergamentergasse rollen. Wenn (insbesondere im Kreuzungsbereich Pergamentergasse / Michaelisstrasse) ein Fahrzeug falsch parkt, würde es zu Stauungen kommen, weil der LKW evtl. nicht um die Kurve kommt. Ein kurzes Ein- und rückwärts wieder Ausfahren wäre unmöglich.
6. „Kontrolldruck“ erhöhen
Dieses Argument ist ein reines Alibi-Argument. Es wird immer dann verwendet, wenn eine Behörde Verantwortung auf die andere Behörde abwälzen will.
Wenn eine Neugestaltung / Neuregelung einer Angelegenheit erfolgen soll, dann müsste sie so erfolgen, dass die neue Regelung – weitestgehend – selbsterklärend und selbstregelnd ist. Warum ein Problem erschaffen, bzw. nicht lösen, und dann sagen: Die anderen müssen das aber kontrollieren, wir selbst haben alles „richtig“ gemacht. Ich möchte dies keiner Behörde unterstellen und schon gar nicht die dringende Notwendigkeit nachhaltiger Kontrollen, insbesondere auch in den Abend- oder Nachtstunden in Frage stellen. Aber: Wenn eine Neuregelung erfolgen soll, muss sie so gestaltet werden, dass
- jeder Fahrzeugführer schnell und eindeutig erlaubtes von unerlaubten erkennen und unterscheiden kann
- zudem (Thema Geschwindigkeit) Fahrzeuge „automatisch“ eingebremst werden, z.B. wechselseitige Parkzonen, sehr gern Blumenkübel etc., ...
- Kontrollen in den Abend- & Nachtstunden finden nicht statt, und dass wissen die "Falschparker". Es kann nicht sein, dass Abends, Nachts oder am WE z.B. Einfahrten zugeparkt werden, ohne Konsequenzen - es sei denn jemand findet sich, der ein Anschleppen selbst finanziert und dann zivilrechtlcih die Kosten zurückfordern muss.

Grundsätzlich ist die bestehende Situation die beste Grundvariante der Verkehrsführung. Verbessert werden müssen jedoch die Punkte Beschilderung, Geschwindigkeitsregelung und die nachhaltige Kontrolle des Verkehrsraums.


Steffen Knipschild
Pergamentergasse 45
99084 Erfurt

Steffen Knipschild / Möbel Knipschild
Pergamentergasse 45
99084 Erfurt

c.mach.
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Registriert: Donnerstag 21. Oktober 2010, 14:25

Re: Meinung zur Neuregelung der Verkehrserschließung

Beitrag von c.mach. » Donnerstag 21. Oktober 2010, 16:40

ich bin auch der meinung, dass die bestehende Situation die beste variante ist, zuzüglich der besprochenen änderung der sperre ecke augustinerstrasse / michaelisstrasse und einer eindeutigen kennzeichnung (auch auf kopfsteinpflasterstrassen) der parkverbotszonen. wenn dies dann permanent kontrolliert werden würde, würde die stadt sogar eine menge geld einnehmen. das das ordnungsamt "bestenfalls" +/- null arbeitet ist entwerder falsch (einnahmen aus bußgeldern sind feste positionen im etat) ... oder die mitarbeiter dort arbeiten nicht effektiv

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