eine lebens- und besuchenswerte Altstadt

Das Forum war vom 20.10. bis 10.11.2010 für Ihre Vorschläge geöffnet.
Gesperrt
Beate Lippold
Beiträge: 2
Registriert: Samstag 6. November 2010, 14:18

eine lebens- und besuchenswerte Altstadt

Beitrag von Beate Lippold » Samstag 6. November 2010, 15:23

Ich habe einen Traum.

Unser schönes, wiederauferstandenes Andreasviertel wird für den Verkehr so eingeschränkt, dass ausschließlich Anwohner und Gewerbetreibende ihre Wohnungen und Geschäfte erreichen können. Das Parken im Andreasviertel ist nur in ausgewählten Straßenbereichen (wo genügend Platz ist) möglich. Die schönen Gassen sind autofrei (außer zum Be- und Entladen), Parken ist nicht erlaubt. Auf den Straßen stehen Blumenkübel, Fahradständer, Bänke und Tische (ohne Gebühren). Kinder spielen ungestört auf den Straßen und Plätzen. Touristen, die zwar heute schon begeistert vom Andreasviertel sind, flanieren durch die Gassen und genießen die Ruhe mitten in der historischen Altstadt von Erfurt. Hier und da kommt eine Pferdekutsche. Das Fahrrad ist Verkehrsmittel Nr. 1 und erhält neben der Straßenbahn vorrang vor allen anderen Verkehrsmitteln. Zu Fuß ist es auch für die Anwohner eine Freude durch die idyllischen Gassen zu schlendern, die Ruhe und das Vogelgezwitscher zu genießen. Die Stadt nutzt die einkassierten Stellplatzablösebeträge, um am Hügel ein Parkhaus für Anwohner (preisgünstiger) und Besucher (kostendeckend) zu errichten. CarSharing-Angebote und Fahrradverleihstationen bestehen an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt.

Aber das ist nur ein Traum................

Auf dem Weg dorthin, sollte die Stadt alle Möglichkeiten mit dem Ziel erörtern, den Verkehr im Andreasvietel zu verringern und damit das Andreasviertel attraktiver zum Leben und Arbeiten zu machen. Alternative Konzepte sind gefragt. Alle vorgestellten Varianten sind scheinbar wegen der überwiegenden Nachteile nicht attraktiv. Aber wenn es z.B. keine Parkplatzangebote auf den Straßen gäbe, dann wäre die Einfahrt für Parkplatzsuchende sinnlos, entsprechende Beschilderung vorausgesetzt. Die Sanierung der Moritzstraße / Michaelisstraße war sicherlich erforderlich, Rollgeräusche wurden verringert aber mit dem Effekt, dass die Straße jetzt schneller befahren wird. Verkehrskontrollen, auch in den Gassen, sollten regelmäßig durchgeführt werden, um eine Sensibilität für die Verkehrsberuhigung zu erreichen. Denkbar wären auch absenkbare Poller, um die Zufahrt für die Gassen nur für die Anlieger zu ermöglichen..... Möglichkeiten gibt es viele. Es muss aber auch allen Anwohnern, die meisten haben nun leider doch ein Auto, klar sein, dass es bei der eigenen Einstellung zum Verkehr anfängt. Und die Bequemlichkeit, das Auto vor der Haustür abzustellen, kannn man hier im Andreasviertel in den seltensten Fällen haben, es sei denn, dass man eine eigene Garage / Tiefgarage im Hause hat.

Ich wünsche mir, dass wir mit einem neuen Verkehrskonzept zu einer Aufwertung des Andreasviertels kommen und meinem Traum schrittweise immer näher kommen.

Radfahrer
Beiträge: 18
Registriert: Dienstag 15. Juni 2010, 15:57

Re: eine lebens- und besuchenswerte Altstadt

Beitrag von Radfahrer » Mittwoch 10. November 2010, 18:00

Ein schöner Traum! - Aber das muss er doch nicht bleiben!!!
Seit der Erfindung des Autos kennen wir fast ausnahmslos nur Wachstum: Immer mehr Autos, immer schnellere, bequemere und mit mehr Sicherheiten ausgestattete. Wohin mit den immer mehr werdenden Autos, egal ob sie fahren oder stehen? Wer heute von den Grenzen des Wachstums spricht, wird nicht mehr so ungläubig angesehen, wie noch vor 10, 20 Jahren. Und der autogerechte Umbau der Städte (Erfurt hat inzwischen vermutlich mehr Tiefgaragen als als Gewölbekeller) hat seinen Zenit hoffentlich auch längst überschritten, viele Kommunen bauen bereits "zurück". Und Städte werden so wieder menschenfreundlicher, die eine schneller die andere langsamer. Die Probleme mit dem wachsenden Autoverkehr werden zuerst deutlich in alten und eng bebauten Stadtteilen und es stellt sich hier die berechtigte Frage: gibt es eine Anspruch darauf, alles gleichzeitig haben zu wollen, die historische Idylle sanierter Altbauten UND das eigene Auto am/im/unterm Haus? Den kann es nicht geben und es ist allein den Nichtautobesitzern zu verdanken, wenn es noch nicht zum Kollaps gekommen ist. Sie sind es letztendlich diejenigen, die unsere Städte wieder lebenswerter machen. Die Alternative ÖPNV funktioniert in Erfurt vorbildhaft. Bei der Alternative Radfahren blicken wir lieber auf andere Städte, um Vorbildhaftes zu finden ...
Auch das ist ein Traum, der in Erfurt Wirklichkeit werden muss!

Gesperrt

Zurück zu „Alternative Verkehrserschließung des Andreasviertels“