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Umweltzone

Verfasst: Montag 7. Juni 2010, 21:28
von Klaus
Was ist eigentlich von einer Umweltzone zu halten? Man hört immer wieder von hohen Feinstaubkonzentrationen in Erfurt. Laut Bundesumweltamt wurde die maximale Feinstaubkonzentration in der Bergstraße im Jahr 2009 37 mal überschritten, „erlaubt“ sind wohl 35 mal pro Jahr (http://www.env-it.de/umweltbundesamt/lu ... index.html).

In einem Luftreinhaltungsplan für die Stadt Erfurt heißt es:.„Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass von den städtischen Emittenten der motorisierte Straßen-verkehr als Hauptverursacher zu sehen ist. Lokale Minderungspotenziale sind demzufolge vorrangig auf diesem Handlungsfeld zu suchen.“

Eine Maßnahme diese zu senken und gleichzeitig die verkehrsbedingten Klimabelastung zu senken ist die Einführung einer Umweltzone. Erfahrungen in anderen Städten weisen deutlich darauf hin, dass durch die Einführung einer Umweltzone das Verkehrsaufkommen gesenkt und die Luftqualität gesteigert werden kann. Die meisten Erfurter PKWs haben auch eine Plakette, es würden für die meisten PKW Nutzer also kaum Mehrkosten entstehen, natürlich sollte die Umweltzone für „rote Stinker“ gesperrt werden.

Daher sollte meiner Meinung nach eine „scharfe Umweltzone“ für das Erfurter Stadtgebiet eingeführt werden.

Re: Umweltzone

Verfasst: Samstag 19. Juni 2010, 22:41
von Gartenstadt
Die Bergstraße finde ich ein sehr gutes Beispiel.

Bei dieser Luftmessstation läuft einiges falsch. Zum einen werden die Werte künstlich herunter gesetzt. Am Fuße der Bergstraße befindet sich eine Fußgänger-Ampel. Diese dient in meinen Augen nur dazu den Verkehr von der Luftmessstation fern zu halten. Der Sinn des ganzen ist klar.

Nun aber zum eigentlich Falschen... In der Bergstraße gilt eine Tempo 30-Begrenzung. Warum??? Als die Straße noch nicht asphaltiert war, galt das meiner Meinung nach dem Lärmschutz. Nun ist sie aber über ein Jahr schon asphaltiert. Es macht wenig Sinn die Fahrzeuge langsamer als nötig an der Luftmessstation vorbei zu schicken...

Ein Auto verbraucht bei einer bestimmten Drehzahl eine bestimmte Menge Kraftstoff und stößt dementsprechend auch Abgase aus. Allerdings lässt sich die Drehzahl durch die Geschwindigkeit regulieren. Um das Ganze zu verfeinern wurden Getriebe erfunden. Man kann also beispielsweise mit 2.000 Umdrehungen/min im 3. Gang fahren, oder auch im 4. Der Unterschied ist aber klar. Im 4. Gang fährt man schneller. Warum soll ich also im 3. Gang die Bergstraße hinauf fahren, wenn ich dies mit der selben Drehzahl auch schneller könnte? Der Schadstoffausstoß bleibt der selbe, aber die Dauer der Durchfahrt verringert sich. Also verringert sich auch der Schadstoffausstoß. Zumal man in der Bergstraße sowieso mehr verbraucht, durch die Steigung.

Zur Umweltzone...

Eine Einschränkung der Bevölkerung halte ich für ausgesprochen dreist. Besonders ärmere Haushalte können sich keinen Neuwagen leisten. Diese werden damit genötigt sich ein neues Fahrzeug zu kaufen. Schön wenn sich das einige besser betuchte leisten können. Manch einer kann das nicht. Und diese Menschen sind oft beruflich auf das Fahrzeug angewiesen.

Re: Umweltzone

Verfasst: Mittwoch 23. Juni 2010, 08:23
von RaWi
Bei der Einrichtung von "Umweltzonen" ist zu beachten, daß tatsächlich einige Anwohner, und zwar nicht eben die finanzkräftigsten, praktisch ihres Fahrzeuges enteignet werden, so es dafür keine Nachrüstmöglichkeit für Partikelfilter gibt. Im übrigen werden die Fahrzeuge ohne Plakette oder mit schlechterer Einstufung ohnehin im Laufe der Zeit immer weniger, so daß deren Fernhaltung vom Verkehr immer weniger Einfluß auf evtl. Meßdaten ausübt.

Weiterhin sind die sogn. "Umweltzonen" ausschließlich auf Feinstaubemission ausgelegt. Die Luftbelastung mit anderen schädlichen Abgasen spielt dabei keine Rolle - aber gerade diese Belastung ist mitunter sehr prekär.

Meßdaten in anderen Städten, die strikte "Umweltzonen" eingerichtet haben, haben ergeben, daß von dieser Maßnahme keine Luftqualitätsverbesserung ausgeht.

Ohnehin ist die Feinstaubmessung wissenschaftlich umstritten. Außerdem ist bekannt, daß nur eine verschwindend geringe Menge des Feinstaubs aus dem PKW-Verkehrsaufkommen stammt, so daß diesbezügliche restriktive Maßnahmen im Aufwand f.d. öff. Hand und in der Auswirkung für die Betroffenen in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen stehen.