Bildung für Kinder in der Freizeit

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miris
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Registriert: Montag 9. August 2010, 14:29

Bildung für Kinder in der Freizeit

Beitrag von miris »

Am Wochenende haben wir die Frage der Bildungsgutscheine für Kinder von Hartz IV Empfängern diskutiert und sind dabei auf Folgendes gekommen:
Allen Kindern sollte unbedingt der Bildungszugang zu Sportvereinen, Musikschulen, schulischen Arbeitsgemeinschaften … geöffnet werden, weil diese informelle und nonformale Bildungsprozesse eröffnen. Wenn nun Hartz IV Empfänger Gutscheine dafür bekommen, aber die alleinstehende Mutter (als Beispiel), die gerade so viel Geld bekommt, dass sie kein Hartz IV beantragen kann/braucht, benachteiligt wäre, dann wäre das auch ungerecht. Wir schlagen ein anderes Modell vor:
Jedes Kind in Erfurt sollte in Kita und Schule bei den regelmäßigen Entwicklungs- bzw. Kompetenzgesprächen Empfehlungen für die Förderung in der Freizeit (auch in schulischen AG) bekommen. In Schulen könnten z. B. die Sportlehrer bestimmte Sportarten empfehlen usw. mit dem Hinweis, wo in Erfurt solche Angebote sind. Damit könnten die Eltern auf die Wichtigkeit der Nutzung hingewiesen werden. In den Vereinen und Institutionen, auch in schulischen AG, sollte grundsätzlich ein gewisser Mitgliedsbeitrag bzw. eine Nutzungsgebühr verlangt werden. Aber es sollte die Möglichkeit geben, dass diese Gebühr auch „abgearbeitet“ werden kann. Vorbild könnte hier das Modell der Gartenvereine sein, wo auch regelmäßig Arbeitsstunden abzuleisten sind, aber wer keine Zeit, aber genügend Geld hat, dafür auch Geld entrichten kann.
Das hätte mehrere Vorteile: Eltern wüssten, was ihre Kinder in der Freizeit mit wem machen. Viele würden erst einmal durch die Beratung von den vielen tollen Angeboten in der Stadt erfahren. Sie würden sich ehrenamtlich mehr engagieren, damit könnten Langzeitarbeitslose ebenso erreicht werden, wie z. B. die Hausfrau, die sich auch freut, mal etwas für die Gemeinschaft zu leisten. Vielleicht entstehen daraus neue Kontakte und Arbeitsmöglichkeiten, wenn z. B. der langzeitarbeitslose Vater im Sportverein des Sohnes regelmäßig den Rasen mäht. Sind jetzt viele Eltern in einem Verein, die etwas tun wollen, aber gar nicht so viel Arbeit anliegt, könnten hier Tauschgeschäfte mit anderen Institutionen der Stadt organisiert werden, beispielsweise ein Vorlesenachmittag im DRK-Altersheim, damit das Kind das Musikschulangebot in der DRK-Kita wahrnehmen kann.
Damit könnte das Gemeinwesen gestärkt und die soziale Integration der Menschen verbessert werden.
Vielleicht kann das alles in einem kleineren Modell mal erprobt werden?

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