Fahrradfahrer am Anger erlauben

Gesperrt
CommanderROR
Beiträge: 29
Registriert: Montag 27. September 2010, 14:51

Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von CommanderROR »

Am Anger besthet zwischen 9:00 und 18:30 Durchfahrverbot für Radfahrer. Dieses ist für mich (und viele andere) nicht nachvollziehbar und auch sehr ärgerlich (Arbeitsweg) und ich würde darum bitten dieses Verbot zu überdenken. Der anger ist breti genug um Radfahrern, Fußgängern und Straßenbahnen ein problemloses Nebeneinander zu ermöglichen. Wenn jeder etwas Rücksicht nimmt sollte es keine Probleme geben.
Der Anger ist für viele Menschen nicht nur zum Einkaufen sondern auch als Arbeitsweg wichtig, ihn zu umfahren ist fast unmöglich bzw. mit großen Umwegen verbunden oder die Umfahrung führt nur über Kopfsteinplaster was für Radfahrer sehr unangenehm ist...und eigentlich ist es für uns Radfahrer auch nicht zu verstehen warum der Anger gesperrt ist, denn es fahren genug Autos (auch in der für Radfahrer gesperrten Zeit), Taxis und natürlich Straßenbahnen zu allen Zeiten, da können Radfahrer wirklich nicht so problematisch sein...

speedydo_13
Beiträge: 2
Registriert: Dienstag 12. Oktober 2010, 05:18

Re: Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von speedydo_13 »

Wie man dem vorangegangenen Beitrag entnehmen kann, wünscht sich der o.g. Nutzer eine weitere Verschärfung der Verkehrssituation am Anger. Mittlerweile muss ich mich fragen, ob in Erfurt die Anarchie schon angekommen ist. Jeder macht was er will und bekommt von Lobbyisten noch seinen politischen Segen. Die Kontrolle des Durchfahrtsverbotes am Anger zu Tageszeiten ist so lapidar, das man wahrscheinlich eher Lotto-Millionär wird, als einmal erwischt und abgemahnt zu werden. Zum anderen sind gegenseitige Rücksichtnahme und Vorsicht nur ein Beamtendeutsch und in der Praxis kaum noch zu beobachten. Vielleicht überdenkt hier jemand seinen Vorschlag nocheinmal, wenn er mit dem Rad ins Gleis der Strassenbahn gekommen und nach einem Sturz keine körperlichen Blessuren erlitten, andere verletzt hat und zu guterletzt noch unter eine Strassenbahn geraten ist.
Mir zeigt es auch das hier jemand scheinbar nicht ortskundig ist. Wieso wurde für teures Geld dann der Radweg Löberstrasse geschaffen? Sicherlich ist die Wahl einer Alternativroute kaum möglich. Das liegt letztenendes aber an den Verkehrsplanern.

CommanderROR
Beiträge: 29
Registriert: Montag 27. September 2010, 14:51

Re: Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von CommanderROR »

Na aber hallo...was heißt hier nicht ortskundig? Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, und da ich über den Anger ja nicht darf fahre ich durch Wenigemarkt und am Domplatz vorbei, das ist ein Umweg, viele Leute gibts da auch, Straßenbahnschienen sowieso und viel Kopfsteinpflaster. Das soll eine Alternative sein? Und der Löberradweg mag ja schön und gut sein, aber dann kann ich gleich üer den Anger schieben, denn der Umweg ist dann doch viel zu groß.
Was eine "Verschärfung der Verkehrssituation" angeht kann ich das nicht nachvollziehen. Auf der von mir im Moment gefahrenen Alternativroute ist wesentlich mehr Gefahr mit Fußgängern und Autos in Konflikt zu geraten als am anger wo so viel Platz ist dass da eigentlich keiner irgendwem in die Quere kommen muss. Man könnte ja auch den Radweg mit dem fußweg kombinieren statt zwischen den Straßenbahnschienen rumzueiern...aber ich denke das führt zu weit. Die Problematik mit Fahrrad und Straßenbahnschienen ist eine die die ganze Stadt betrifft, und nicht nur Erfurt sondern jede Stadt mit Straßenbahnen, also kann man das als Argument getrost weglassen.

HomeAlone
Beiträge: 42
Registriert: Mittwoch 6. Oktober 2010, 15:29

Re: Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von HomeAlone »

speedydo_13 hat geschrieben:Wieso wurde für teures Geld dann der Radweg Löberstrasse geschaffen? Sicherlich ist die Wahl einer Alternativroute kaum möglich. Das liegt letzten Endes aber an den Verkehrsplanern.
Das Argument hinkt. Der Radweg Löberstraße bringt eigentlich nur Vorteile für den Nord-Süd Verkehr im Westen der Stadt. Ansonsten ist er nicht zugebrauchen. Weiterhin hat man im Bereich Standesamt wieder das Problem, dass dort in bestimmten Zeiten nicht gefahren werden darf. Der Bereich Domplatz, da muss ich meinem Vorredner recht geben, ist unter bestimmten Umständen wesentlich stärker ausgelastet als der Anger.
Eine weitere Umfahrung des Angers ist über die neu asphaltierte Strecke entlang der Reglerkirche möglich. Leider stößt man hier zu einem späteren Zeitpunkt auf die Trommsdorffstraße, in die man, will man sich an die Verkehrsregeln halten, nicht links einbiegen darf (durchgezogene Linie). Nach einem kurzen Stück relativen neuen Asphalts folgen teilweise katastrophale Zustände. Weiter in die Löwengasse. Hat man diese passiert steht man vor dem nächsten Problem: der Verkehr von und zum Parkhaus "Anger 1". Dort eingeordnet muss man sich kurze Zeit später wieder ausfädeln um auf die Straße Krämpfertor zu kommen, wo man wieder ein Stück nach links fahren kann und vor dem Anger nach rechts in die Johannesstraße abbiegen.
Diese Tour habe ich fast täglich auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Das ständige beschleunigen und anhalten ist schon leicht nervig. Außerdem verletzt man tlw. dennoch die StVO.

Mein Vorschlag:
Warum nicht mal ein innovatives Konzept erarbeiten. Anstatt der Schilder "Fußgängerzone, Fahrräder von ... bis ... frei" ein Schild "Gemeinsamer Verkehrsraum, bitte nehmen Sie gegenseitig Rücksicht. Vielen Dank!"

Jenny
Beiträge: 18
Registriert: Sonntag 20. Juni 2010, 12:37

Re: Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von Jenny »

Also ich umfahre den Anger auch meist über die Reglermauer, den Radweg entlang der Reglerkirche, Mühlgasse und dann Hirschlachufer. Mann ich größtenteils mit Kfz-Verkehr zusammen und das verträgt sich in der Tempo-30-Zone sehr gut. Leider fehlt am westlichen Ende des Hirschlachufers eine Bordabsenkung (ggü Frisör Ludwig) und bis zur Eichen-/Neuwerkstraße noch ein Stück Fußgängerzone zu überwinden. Vielleicht könnte wenigstens diese zwischen Neuwerkstraße und Angerbrunnen besser noch bis zur Borngasse für den Radverkehr freigegeben werden.
Von der Polizei wurde ich im Bereich Lachsgasse bereits angehalten, ich war der Meinung, dass ich erst auf dem eigentlichen Anger nicht mehr mit dem Rad fahren darf. Die Ordnungshüter sind also unterwegs, schade ist nur, dass gleichzeitig der Lieferverkehr und die Postzusteller in diesem Bereich fahren ohne angehalten zu werden, obwohl auch für Sie eine zeitliche Begrenzung besteht.
Im Großen und Ganzen fehlt meiner Meinung nach die Einheitlichkeit, da wird man mal auf den sehr komfortablen Radwegen auf der Fahrbahn geführt und dann wieder auf nen geminsamen Geh-/Radweg, wo man gar nicht vorwärts kommt. Es sollten dringend durchgängige Routen geschaffen werden. Mein Vorredner hat schon recht, dass man ab der Trommsdorffstraße Richtung Norden oder Osten zeimlich verlassen ist.
Ansonsten kommt man mit nem netten Lächeln und nen bißchen Rücksichtnahme relativ stressfrei und gut durch die Innenstadt, Schlimmer ists da im Bereich der Hauptstraßen. Zum Beispiel die Nodhäuser Straße... Zum Glück können die Autos auf die Schienen ausweichen, ansonsten ginge das ja gar nicht... Hoffentlich verbessert sich da bald mal was...

Grimm-VCD
Beiträge: 9
Registriert: Donnerstag 10. Juni 2010, 11:30

Re: Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von Grimm-VCD »

Die Diskussion und die eingebrachten Beispiele für die mühsame und (zeit)aufwendige Umfahrung des Angers zeigen, welche Zumutungen die Verkehrsplaner den Radfahrern in Erfurt antun. Da wird aus Prinzipienreiterei der Anger künstlich als "Fußgängerzone" hochgehalten, wo es sich doch de facto um eine Mischverkehrszone handelt. Auf die vielen "Ausnahmegenehmigungen" für Kfz'e ist bereits hingewiesen worden. Und wenn man es streng nähme dürfte selbst ein Streifenwagen nur mit Blaulicht über den Anger fahren. Oder haben die alle eine "individuelle" Ausnahmegenehmigung?

In anderen Ländern und Staaten ist es durchaus üblich, dass der Radverkehr in derart breiten Einkaufsstraßen und auf solchen Plätzen zugelassen wird, ohne dass gleich die schlimme "Anarchie" ausbricht. In Schweden (Malmö, Växjö) habe ich in diesem Jahr das beste Beispiel erleben dürfen. Die deutsche Regelungs- oder besser Regulierungswut wird ja in einem Beitrag oben sichtbar. Schade eigentlich, ein bisschen mehr Gelassenheit täte der Diskussion gut.

... und interessanterweise sind es fast immer Fußgänger, die unter die Straßenbahn geraten, nicht die "schlimmen" unachtsamen Radfahrer.

Meine Plädoyer an alle Radfahrer: Vermeidet gefährliche und unzumutbare Strecken, auch wenn sie noch so "StVO-konform" sind! Fahrt umsichtig und vorsichtig dort, wo ihr weder euch noch andere gefährdet! Die StVO existiert in ihrer Ausführlichkeit eigentlich nur wegen der (verbrennungs)motorisierten Fahrzeuge. Dort, wo diese nicht hingehören und hin dürfen, kämen alle anderen Verkehrsteilnehmer ganz prima mit § 1 der StVO aus, der Rest würde nicht gebraucht:

"§ 1 Grundregeln
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."


PS: Ein bissschen Anarchie hat noch nie geschadet. Es ist die Vorstufe zur Kreativität. (Über)Regulierung führt auf Dauer zu Stillstand, Kreativität zu Fortschritt.

Antje Türk
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 19. Oktober 2010, 13:36

Re: Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von Antje Türk »

Leider versauen einige wenige Verkehrs-Chaoten ein gütliches Nebeneinander. Hierbei sind es nicht nur Fahrradfahrer sondern auch Fußgänger, Taxifahrer, Lieferanten und Pkw-Fahrer die das Recht des Stärkeren zum Teil rücksichtslos ausnutzen. Dagegen hilft leider nichts.
Wir haben hier in der Stadt eine Situation, in der zu viele auf den anderen schimpfen und zu viele stets den anderen Verkehsteilnehmer Schuld geben und nicht bereit sind, Rücksicht zu nehmen. Etwas mehr Gelassenheit und Großzügigkeit täte den Menschen hier gut. Der Anger bietet für die Verkehrsteilnehmer genügend Raum - auch für Fahrradfahrer.
Natürlich hat auch die Stadt mit ihrer Verkehrs-Radwegeplanung ihren Anteil an der sprichwörtlich verfahrenen Situation. Wenn sie ihre Vorschriften durchsetzen will, muss sie entsprechend kontrollieren und sanktionieren (lassen). Ansonsten macht sie sich lächerlich und wird nicht ernst genommen.

CommanderROR
Beiträge: 29
Registriert: Montag 27. September 2010, 14:51

Re: Fahrradfahrer am Anger erlauben

Beitrag von CommanderROR »

Das ist leider auch das Problem am Anger...hier wird zwar selten kontrolliert, aber es wird kontrolliert, gerade für Berufspendler ist das Risiko doch mal zahlen zu müssen zu groß. Daher kann man die Sache leider nicht einfach locker sehen. Es muss irgendwie eine Änderung her, oder zumindest eine zumutbare Umgehung des Angers. Momentan sehe ich das nicht.
Mein Arbeitsweg für 4x Täglich (2 mal hin, 2x zurück) von der Krämpfervorstadt in die Brühlervorstadt, und da ist nunmal der Anger genau das Bindeglied, die kürzeste und bequemste Route, noch dazu die Sicherste!
Das geht auch mancehn Arbeitskollegen sowie vielen anderen Erfurtern so.
Außerdem ist es lächerlich dass es in der Stadt Mietstationen für Fahrräder gibt, die Hauptachse aber zur interessantesten Zeit nicht mit diesen befahrbar ist. Eine dieser Fahread-Mietstationen befindet sich kurz vor Beginn der Verbotszone, zwischen Krämpfertor und Anger..was soll man davon halten? Erstmal Fahrrad mieten und dann gleich absteigen und schieben... ;)

Gesperrt

Zurück zu „Geh- und Radwegenetz, Pflege/Unterhaltung von Wegen und Plätzen“