Radwegenetz: Fehler vermeiden und damit Kosten sparen

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Radfahrer
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Registriert: Dienstag 15. Juni 2010, 15:57

Radwegenetz: Fehler vermeiden und damit Kosten sparen

Beitrag von Radfahrer »

Den Höhepunkt der Diskussionen zum Bahnhofstunnel haben wir sicher hinter uns. Eines wird jedoch nicht nachlassen: der Unmut über das Fahrverbot für Radfahrer im Bereich des Tunnels. Ein zweiter, mindestens genauso wichtiger Aspekt, hat bisher eine eher untergeordnete Rolle gespielt: was war die Ursache dafür, dass es zu derartige Fehlplanungen überhaupt kommen konnte?
Der Radverkehr wir auch künftig weiter zunehmen, auch in Erfurt, und notwendige Nachbesserungen an fehlerhaft geplanten / ausgeführten Baumaßnahmen werden immer wahrscheinlicher. Und genau um diese unnötigen Kosten geht es uns hier.
Als Betreiber der Pension RAD-HOF nutzen wir sowohl geschäftlich wie auch privat fast ausschließlich das Fahrrad. Vor einigen Monaten wurde – für uns überraschend – die Paul-Schäfer-Straße saniert. Wir befahren sie mit dem Fahrrad (auch mit Anhänger), um zum Großmarkt SB-UNION zu kommen. Die Freude war groß, als die Sanierung begann. Nach Fertigstellung war die Enttäuschung dafür umso größer: Der erste Teil des Radwegs hinter der Brücke (Tankstellenbereich, linksseitig) ist schon vor längerer Zeit instand gesetzt worden, ohne Absätze und damit auch mit Anhänger sehr gut befahrbar.
Was dahinter folgt, ist nicht nachvollziehbar: Mitten in dem frisch sanierten Teil der Paul-Schäfer-Straße wird man zur Notbremsung gezwungen, da einer Ausfahrt beidseitig mit kantigen Bordsteinen mit einer Höhe von 30 bis 40 mm abgetrennt wurde. Der ein- und ausfahrende Autolenker rollt dagegen auf seiner Spur über eine perfekte Ebene. Und wir stehen vor einem Rätsel.
Bewusst haben wir dieses - für viele unbedeutende, aber für uns symptomatische - Beispiel gewählt. Wer verantwortet derartige Umbauten, die früher oder später wegen notwendiger Nachbesserungen Zusatzkosten verursachen?
Hier sind wir beim Haushalt angelangt. Genau diese Kosten, verursacht durch fehlerhafte Planungen und Ausführungen, müssen minimiert werden. Wir konzentrieren uns mit unseren Forderungen nicht darauf, mehr Geld für die Fahrradinfrastruktur auszugeben (das tun bereits viele andere und das ist auch dringend erforderlich), sondern wir verlangen mehr Disziplin und mehr Sachverstand beim Planen und Bauen von Radverkehrsanlagen, damit weniger Geld für Nachbesserungen ausgegeben werden muss. Dazu nur zwei Beispiele in unserer Nähe , wo Nachbesserungen bevorstehen: Kreuzung Johannesstraße / Gagarinring, und Radweg Magdeburger Allee. Beide Sanierungsmaßnahmen sind keine zehn Jahre alt und haben das Radfahren eher gefährlicher gemacht.
Investitionen in die Verbesserung von Verwaltungsstrukturen und Prozessabläufen sowie in den Aufbau von notwendigem Knowhow hätten sich schon in der Vergangenheit gelohnt, aber sie lohnen sich natürlich auch noch heute.
Dafür gezielt Geld auszugeben, das ist unser Vorschlag.

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