Neue Stellplatzsatzung insbesondere für die Altstadt

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ModeratorBBH1
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Neue Stellplatzsatzung insbesondere für die Altstadt

Beitrag von ModeratorBBH1 »

Anregung aufgenommen auf 2. Informationsveranstaltung am 19.10.2010, eingefügt von ModeratorBBH1

In der dichtbebauten Kernstadt (Altstadt aber auch Gründerzeit) sind viele Wege und Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad zu erledigen. Dies wird von immer Bürgerinnen und Bürgern als Qualität geschätzt und ist immer häufiger auch mit ein Grund für die Wohnortentscheidung. Eine Änderung der Stellplatzsatzung, weg von der ausschließlichen Verpflichtung Autostelllätze nachzuweisen hin auch zur Ausweisung von Fahradstellplätzen, würde diesen Trend aktiv befördern und zu weniger "verschwendetem" Freiraum durch parkende Autos und die üblichen verkehrsbedingten Belastungen aber auch Parkplatzsuche führen. Für die Wohnqualität der Kernstadt würde dies eine weitere Aufwertung bedeuten.

Radfahrer
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Registriert: Dienstag 15. Juni 2010, 15:57

Re: Neue Stellplatzsatzung insbesondere für die Altstadt

Beitrag von Radfahrer »

Stellplatzsatzung Erfurt heißt aktuell: Wer saniert oder baut, muss Autostellplätze nachweisen oder bezahlen. So sind in den letzten Jahren mitten in der Altstadt Nobelsiedlungen entstanden, die selbstverständlich über ausreichende Stellplätze verfügen. Wer hat das eigentlich alles genehmigt? Die Erfurter Innenstadt – zum Glück kaum zerstört – ist gebaut worden, als es noch keine Autos gab. Die Straßen gehörte den Menschen! Heute braucht mal viel Kraft, um den Straßenraum zurück zu erobern. Denn die Straße wurde über Jahrzehnte zur Fahrbahn für Autos. Und jede Fläche wurde gebraucht, um den wachsenden Bedarf an „ruhendem Verkehr“ zu befriedigen. Bis heute, jedenfalls in Erfurt.
In Berlin beispielsweise ist das anders: Dort wurde die Stallplatzsatzung dahin gehend geändert, dass die Verpflichtung, bei Wohnbebauung Autostellplätze zu schaffen, abgeschafft und ersetzt wurde durch die Verpflichtung, Fahrradstellplätze zu errichten. Modell für Erfurt? Eigentlich keine Frage bei dieser kompakten Innenstadt. Auch Berlin hat ein hervorragendes ÖPNV-Netz und vermutlich deshalb auch nur 322 Autos auf 1000 Einwohner (Erfurt: 440!). Ist das Erfurter ÖPNV-Netz soviel schlechter? Außerdem kann man Erfurt als Stadt der kurzen Wege bezeichnen, Berlin eher nicht.
Was hindert die Stadtverwaltung daran, die Stellplatzsatzung ebenso zu ändern? Aber bitte für die ganze Stadt, und nicht nur für die Altstadt.
Und in Zürich – um ein weiteres Beispiel zu nennen – hängt die Stellplatzbereitstellung vom ÖPNV-Angebot und der Luftbelastung ab, was zur Folge hat, dass keine Autostellplätze genehmigt werden, wenn in weniger als 7,5 Minuten Gehzeit eine Haltestelle erreicht werden kann.
Fazit:
Der Trend – weg vom Auto, hin zum Fahrrad – ist weltweit zu beobachten und sollte auch in Erfurt zur Kenntnis genommen werden.

Sualk
Beiträge: 7
Registriert: Mittwoch 2. Juni 2010, 09:05

Re: Neue Stellplatzsatzung insbesondere für die Altstadt

Beitrag von Sualk »

Eine neue Stellplatzsatzung für die Innenstadt wäre eine wichtige politische Grundsatzentscheidung zur dringend erforderlichen Reduzierung des MIV in diesem Bereich. Bei den vom ÖPNV hervorragend bedienten priviligierten Wohnstandorten kann davon ausgegangen werden, dass sich genügend Interessenten finden, die ihr Selbstwertgefühl nicht ausschließlich vom Auto ableiten und deshalb keinen Stellplatz unterm oder am Haus beanspruchen.
Außerdem sollte die Anfahrt zum Rathausparkplatz nur mit Sondererlaubnis möglich sein (neue Rathausbrücke dementsprechend als Mischverkehrsfläche gestalten).
Ohne für den MIV schmerzhafte Restriktionen durch die Stadtverwaltung wird die Lebensqualität der städtebaulichen Räume
zunehmend sinken.

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