Variante 1 - Diskussionsrunde

heiko.hilscher
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Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von heiko.hilscher »

Ich bin GEGEN die Variante 1.

Wir betreiben den Linkshänder-Laden auf der Krämerbrücke.
In dem von uns gemieteten Haus befinden sich darüber hinaus auch unser Online-Versandhandel und unsere Softwarefirma.

Aus unserer Sicht ist eine Einschränkung der ungehinderter Zufahrt zwischen 11:00 Uhr und 18:00 Uhr sehr hinderlich, da
- wir sowohl von diversen Paketdiensten (UPS, DHL, DPD, GLS, Hermes, Schenker) zwecks Belieferung angefahren werden und
- wir darüber hinaus auch Abholverträge mit DHL, Deutsche Post und GLS unterhalten.

Mir scheint, dass die vorgeschlagene Regelung vor allem auf die Gaststätten in der Umgebung Wenigemarkt zugeschnitten ist, da deren lokale Getränkelieferanten und Großhandelsketten vornehmlich vor Restaurantöffnung liefern.

In unserem Fall handelt es sich um ein Ladengeschäft, welches Ware bekommt und versendet.
Die Lieferzeiten von DHL & Co richten sich dabei nach
- der Anzahl der zuzustellenden Pakete (Weihnachten mehr, Januar weniger),
- der Routenplanung,
- der Anzahl an verfügbaren Fahrer sowie
- der getroffenen vertraglichen Vereinbarung
und verteilen sich über den gesamten Tag.
Oftmals kommen die Lieferfahrzeuge von DHL und GLS auch zweimal am Tag zu uns und bringen uns in der ersten Runde Ware und in der zweiten holen sie unsere Pakete ab.

Eine Änderung unserer Abholverträge auf eine Zeit bis 11:00 Uhr ist nicht sinnvoll, da wir erst 9:00 Uhr Arbeitsbeginn haben und es nicht möglich ist, die seit der letzten Versendung angelaufenen Bestellungen binnen 2 Stunden versandfertig zu machen.

Eine Änderung unserer Abholverträge auf einen Zeitpunkt nach 18:00 Uhr ist nicht sinnvoll, da die Einlieferung im Verteillager bis 19:00 Uhr erfolgen muss, um noch am selben Tag auf Reisen zu gehen.

Folglich übergeben wir die GLS-Sendungen zumeist in der Zeit von 11:00 - 12:00 Uhr und DHL-Sendungen zwischen 14:00 und 16:00 Uhr an die Paketfahrer.

Eine Umstellung dieses Prozesses bedeutet für uns, dass wir unser Serviceversprechen „Versand binnen 24 Stunden“ nicht mehr einhalten können.
Dies wäre ein wesentlicher Nachteil bspw. gegenüber Amazon (die in Erfurt keine Gewerbesteuer zahlen).

Mit freundlichen Grüßen
Heiko Hilscher
ModeratorVEP1
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Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von ModeratorVEP1 »

Per E-Mail am 04.10.2021 von Bewohnern eingegangen:

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Schreiben vom 27. September 2021 baten Sie die Anwohner im Umfeld des Wenigemarktes um ihre Meinung hinsichtlich der weiteren Verkehrsberuhigung in diesem Bereich. Als Bewohner der Pilse sind uns die Probleme sehr vertraut und wir freuen uns, dass Sie diese Aufgabe lösen möchten. In der Folge einige Aspekte und Meinungen unsererseits.
Grundsätzlich stimmen wir jeder Maßnahme zu, die geeignet erscheint, den motorisierten Individualverkehr im Bereich Wenigemarkt – Rathausplatz, der nicht durch die Anwohner bzw. die Lieferdienste verursacht wird, zu verringern. Ihre drei Lösungsmöglichkeiten sehen wir alle als geeignet, wenngleich sich die zu erwartenden Effekte unterscheiden werden.
Die im Internet veröffentlichte Zustandsbeschreibung trifft die Situation recht gut. Zu ergänzen sind zwei Aspekte:
1.
Sobald der Poller in der Barfüßerstraße zur Schlösserstraße geöffnet ist (und sei es, wenn er nicht korrekt funktioniert), entwickelt sich ein lebhafter Durchgangsverkehr. Das mag zwischen 9 Uhr und 12 Uhr noch hinnehmbar sein, in den übrigen Zeiten ist es nicht nur störend für den ganzen Bereich, sondern auch gefährlich für den Bereich Barfüßerschule.
2.
Die gesamte „Verkehrszelle“ leidet unter massivem unberechtigtem Parken. Für den Bereich Junkersand und Rathausbrücke hatten Sie die Thematik schon angedeutet. Das betrifft aber auch den Rathausparkplatz, die Ladezonen im Junkersand und der Pilse, die Pilse insbesondere im Bereich der Kreuzung Rupprechtsgasse, sowie die Südseite des Wenigemarktes, wobei letztere durch die gegenwärtigen Baumaßnahmen weniger ersichtlich sind. Das führt zu unnötigem Suchverkehr sowohl der nicht berechtigten Autofahrer aber auch der Anwohner. Dies sollte durch eine konsequentere Überwachung des ruhenden Verkehrs eingeschränkt werden.

Zu Ihren drei Vorschlägen:
1. Poller in der Futterstraße
Diese Lösung wird von uns als die wirksamste Maßnahme präferiert, da sie als Einzige geeignet ist, die Spazierfahrten insbesondere in den Abendstunden zu vermeiden. Die große Mehrzahl der Fahrzeuge des sogenannten „Poserverkehrs“ fährt über die Futterstraße in das Quartier und verlässt es wieder über die Meienbergstraße, zumeist mit einigen Stopps und häufig auch lauter Musik.
Der Verkehr zur Rathausbrücke und zum Junkersand wird ebenfalls eingeschränkt.
Diese Lösung erfordert jedoch unbedingt die Möglichkeit für die Anwohner, die Poller auch z.B. für Handwerker öffnen zu können. Dies muss gewährleistet sein, da zwar regelmäßige Dienstleistungen ggf. auf die vormittäglichen Öffnungszeiten organisiert werden könnten, dies bei anderen (z.B. außerplanmäßige Reparaturen) jedoch leider nicht geht.

2. Poller im Bereich der ehemaligen Börse
Diese Lösung verhindert den „Poserverkehr“ nur in sehr geringem Maße. Sie verhindert aber den Suchverkehr in Richtung Rathausbrücke und Junkersand. Es muss allerdings sichergestellt werden, dass zwar die Anwohner der Pilse diesen Bereich befahren können, sich jedoch der Verkehr in Richtung Junkersand bzw. der unberechtigte Parksuchverkehr nicht den Weg durch die Pilse/Rupprechtsgasse (oder Schlösserstraße) sucht. In der Vergangenheit konnte beobachtet werden, dass zum Teil entgegengesetzt der Einbahnstraße vom Wenigemarkt in die Pilse gefahren wurde. Bei einem Poller vor der ehemaligen Börse ist davon auszugehen, dass solch widerrechtliches Verhalten häufiger auftreten wird.
Zudem erfordert die vorgesehene Ladezone im Bereich der ehemaligen Gaststätte „Börse“ eine starke Überwachung des ruhenden Verkehrs, um ihrer Funktion gerecht werden zu können.

3. Poller auf der Rathausbrücke
Diese Lösung schränkt den unberechtigten Suchverkehr in Richtung Rathausparkplatz/ Rathausbrücke und den der Anwohner, wenn der Rathausparkplatz aufgrund unberechtigten Parkens keine Kapazität aufweist, ein. Daher entfaltet auch dieser Vorschlag eine positive Wirkung für das Quartier. Darüber hinaus sind keine weiteren Effekte zu erwarten, da diese Lösung weder die Spazierfahrten um den Wenigemarkt noch die Verbindung zum Junkersand unterbindet.

In der Folge schlagen wir die Umsetzung des Vorschlages „Poller in der Futterstraße“ vor, bitten jedoch um die Berücksichtigung des Hinweises, dass es für Anwohner jederzeit möglich sein muss, die Poller zu öffnen.

Mit freundlichen Grüßen
ModeratorVEP1
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Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von ModeratorVEP1 »

Per E-Mail am 05.10.2021 eingegangen und in Absprache mit dem Absender anonymiserit und verkürzt wiedergegeben:

Sehr geehrter Herr Kintzel,
in Bezug auf das Projekt Verkehrsberuhigung Wenigemarkt und den aufgestellten Varianten, möchte wir uns beteiligen und zur Meinungsbildung beitragen.
[... Wir arbeiten im Bereich der Hauptpost im Zeitraum Mo-Fr von 7.00-15.30 Uhr. Dazu sind wir auf Fahrdienste, diverse Zulieferer, Dienstleister, Hausmeister, Rettungsdienste und die Zufahrt von Angehörigen und Mitarbeitern dringend angewiesen ...]
Die Variante 1 bedeutet eine sehr große Einschränkung [ ... , so dass ein Betreiben der Einrichtung ...] in der Innenstadt nicht mehr möglich sein wird. Daher sprechen wir uns gegen diese Variante aus.
Sollte dennoch die Variante 1 zum Tragen kommen, müßten wir eine uneingeschränkte Sondergenehmigung für alle Fahrzeuge zur Einfahrt über die Kaufmännerstrasse erhalten, um den Betrieb und die Sicherheit [...] aufrecht zu erhalten.
Für Rückfragen und Gespräche stehen wir ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
ModeratorVEP1
Beiträge: 64
Registriert: Freitag 15. Oktober 2010, 09:29

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von ModeratorVEP1 »

Per E-Mail am 06.10.2021 eingegangen:

Im späten Frühjahr bis zum zeitigen Herbst sitzen wir gern mit Freunden vor den zahlreichen Gaststätten am Wenigemarkt. Doch jedesmal ärgern wir uns über den zumeist sinnlosen PKW -Verkehr von der Futterstr. bis zur Meienbergstr. Oft sind es die Besitzer von Fahrzeugen der gehobenen Preisklasse, die offensichtlich immer wieder die gleichen Runden drehen, lediglich um gesehen zu werden.
Deswegen befürworte ich Ihre im Internet veröffentlichte Variante 1 (Poller am Ende der Futterstr). Es würde meiner Meinung nach ausreichen, die Poller von Mai bis Oktober und während den Töpfer-, Winzer- und Weihnachtsmärkten hoch zu fahren . Es würde auch ausreichen, wenn die Straßen lediglich in der Zeit von etwa 15 Uhr bis etwa 22 Uhr gesperrt sind. Außer den Anwohnern müssten auch Polizei, Notarzt, Feuerwehr sowie vielleicht auch Paket-Dienst und Taxis die Möglichkeit haben, die Poller herab zu fahren.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und einen langen Atem bei derr Lösung dieser schwierigen Frage!
simondukla
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Registriert: Sonntag 10. Oktober 2021, 09:45

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von simondukla »

"Das Ziel ist eine weitere Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Verkehrsberuhigung. Insbesondere der unnötige Verkehr soll verringert werden."

Den größten Effekt im Zusammenhang mit der o.g. Zielstellung hätte zweifelsohne die Umsetzung der Variante 1, welche ich ausdrücklich begrüßen würde. Bitte bei den weiteren Planungen auch an den Radverkehr denken - beispielsweise durch die Öffnung der Meienbergstraße in beide Richtungen.
Bei künftigen Planungen sollte generell verstärkt der derzeitige Umfang des motorisierten Individualverkehrs kritisch hinterfragt werden - auch in Gebieten abseits der großen Touristenströme. Eine positive Entwicklung ist aber erkennbar. Weiter so!

Noch eine grundsätzliche Anmerkung zu diesem Format:
Die Bereitstellung der anschaulich aufbereiteten Unterlagen (Darstellung verschiedener Varianten, Text + Karte + Fotos) ermöglicht einen guten Einblick in die derzeitige Planung und fördert sachliche Diskussionen bzw. die Bürgerbeteiligung. Bitte diesen Weg künftig mutig fortführen und das Ganze nutzerfreundlicher gestalten (Kartendarstellung!).
StefanM
Beiträge: 1
Registriert: Sonntag 10. Oktober 2021, 13:44

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von StefanM »

Guten Tag allen interessierten Forenteilnehmern und Verantwortlichen,

seit vielen Jahren bin ich sowohl Anwohner des betroffenen Bereiches (Kaufmännerstr.) und natürlich auch regelmäßiger Nutzer der Gastronomie am Wenigemarkt.
Die Showmeile muss geschlossen und das Parkchaos durch Nichtanwohner beendet werden
Aus meiner Sicht macht deshalb nur Variante 1 wirklich Sinn und würde zu einer erheblichen Entlastung führen. Sinnvolle Lösungen für den natürlich notwendigen Lieferverkehr, Handwerker usw, die nach meiner Meinung auch nicht wirklich das Problem sind, sollten sich doch in der heutigen Zeit mit etwas gutem Willen aller Beteiligten finden lassen.

Diese Form der Bürgerbeteiligung bei geplanten Projekten finde ich übrigens sehr gut, Danke !
Kita200Braun
Beiträge: 16
Registriert: Freitag 8. Mai 2020, 08:02

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von Kita200Braun »

Als Bewohner der Kaufmännerstraße besitze ich kein eigenes Fahrzeug sondern nutze bei Bedarf ein teilAuto. Auch in der Nachbarschaft wird dies teilweise so praktiziert. Grundsätzlich unterstütze ich die weitestgehende Verkehrsberuhigung des Wenigemarktes durch Poller in der Futterstraße. Schade wäre es jedoch, wenn die Möglichkeit des Befahrene für Bewohner*innen dann an ein eigenes Fahrzeug geknüpft wäre, so wie es bei Anwohner-Parkausweisen üblich ist. Eine personalisierte Karte zur Absenkung der Poller wäre da geeignet.

Berücksichtigt werden sollte in den Planungen, dass ggf. eine Umfahrung der Poller durch eine Nutzung der Kaufmännerstraße entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung noch häufiger als jetzt schon passieren könnte.
Mario Braun
dominikneiss
Beiträge: 2
Registriert: Dienstag 28. September 2021, 14:20

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von dominikneiss »

Die Variante 1 ist für alle Bewohner in der Schottenstraße unzumutbar, da dann der ganze Verkehr durch die enge Schottenstraße mit den parkenden Autos im weiteren Verlauf durchfahren müsste. Da die Straße wie gesagt sehr eng ist würde sich der Schall besonders nachhaltig entwickeln. Wenn es eine Absperrung in der Futterstraße geben sollte, dann maximal am Anfang, mit Durchfahrmöglichkeit für Anwohner und Lieferfahrzeuge.
Ebenso würde sich die Unfallgefahr stark erhöhen, schon heute kommt es zu Beschädigung der in der Schottenstraße und Gothardstraße parkenden Autos. Auch wird die Schottenstraße von vielen Fahrradfahrern entgegen der Einbahnstraße genutzt und die Fußwege sind sehr schmal, was wiederum eine erhöhte Gefahr darstellen würde.
Fazit: auf keinen Fall Poller nach der Einfahrt zum Hotel.
Die "Autoposer" sollte man anders in den Griff bekommen.
Martin.Dirichs
Beiträge: 1
Registriert: Dienstag 12. Oktober 2021, 14:44

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von Martin.Dirichs »

Ich plädiere ebenfalls für die Variante 1, die maximale Beschränkung des Autoverkehrs, der auf dem Wenigemarkt und der Rathausbrücke sehr störend ist. Für Anwohner muss natürlich eine bequeme Lösung geschaffen werden, z.B. mit versenkbaren Pollern und Fernauslöser.

Was ich aber darüber hinaus zu bedenken geben möchte, ist die Lage des Pflegeheims Carolinenstift in der Pilse. Viele der Bewohner sind nicht mehr sehr mobil. Es sollte in irgendeiner Form daher möglich bleiben, dass Angehörige in Ausnahmefällen mit dem Auto bis zum Heim vorfahren können, um "ihren" Bewohner abzuholen. Eventuell reicht es ja bereits, dass das Heim einige Sender bekommt, die es an Angehörige ausgeben kann. Das kann jedoch im Einzelfall auch wieder sehr umständlich sein. Besser wäre die Möglichkeit, dass das Heim einen Code erstellen und herausgeben kann, mit dem die Poller heruntergefahren werden können. Diese Codes könnten dann nach einem Tag ablaufen.
ModeratorVEP1
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Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von ModeratorVEP1 »

Per E-Mail am 11.10.2021 eingegangen:

Sehr geehrter Herr Kintzel,
vielen Dank für die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung im Rahmen des Projekts zur Verkehrsberuhigung des Wenigemarkts.
Ich spreche mich für die Variante 1 aus, da meiner Meinung nach nur mit dieser Variante eine völlige Verkehrsberuhigung stattfinden kann. Als gebürtiger Erfurter kenne ich das Problem zu gut, dass PS-starke Autos gerne auf dem Wenigemarkt "zur Schau" gestellt werden. Zum einen leidet aufgrund des Lärms die Aufenthaltsqualität und zum anderen werden die Fußgänger, welche den Wenigemarkt passieren, nicht immer von den Autofahrern beachtet. Das stellt besonders bei einer vollen Innenstadt ein Problem dar.
Ich hoffe sehr auf diese Variante und freue mich auf weitere Neuigkeiten zu diesem Projekt!
ModeratorVEP1
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Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von ModeratorVEP1 »

Per E-Mail am 12.10.2021 eingegangen:

Der Hauptverkehr im Bereich am Wenigemarkt führt von der Futterstraße über den Wenigemarkt zur Meienbergstraße. Tagesüber dominieren Lieferverkehr und betrieblicher Verkehr, weniger der Anliegerverkehr. Hinzu kommen PkW`s auf der Suche nach einem kostenlosen Parkplatz in den angrenzenden Gassen und auf dem Rathausparkplatz. Am Abend dominiert der individuelle PKW-Verkehr. Hauptsächlich werden dann PKW-Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Wenigemarktes gesucht. Einzelne PKW drehen dann auch mehrfach ihre Runden. In lauschigen Sommernächten gibt es vor allem in der Meienbergstraße öfter Konflikte zwischen den PKW-Fahrern und den Fußgängern, die die Straße dann als „Fußgängerzone“ betrachten. Das Parken der Besucher-PKW`s erfolgt dann sowohl auf den gekennzeichneten Parkflächen als auch im Bereichen von Park- und Halteverboten in der Meienbergstraße, in der Kaufmännerstraße, in der Pilse, in der Kürschnergasse und im Bereich des Wenigemarktes bis zur Rathausbrücke.

Das Verkehrsaufkommen durch die Anlieger ist am Abend eher gering. Hat einer der Anliegern einen Parkplatz gefunden, parkt er mit seinem PKW sehr wahrscheinlich auf diesem Platz.

Wenn man eine spürbare Verkehrsberuhigung erreichen will, dann muss deshalb meines Erachtens nach Variante 1 umgesetzt werden, also eine Absperrung nach der Parkplatzeinfahrt am „Hotel am Kaisersaal“ angeordnet werden. Allerdings muss die Zufahrt zu den Gassen durch die Anwohner zu jeder Tageszeit ohne zusätzliche Sondergenehmigungsgebühr möglich sein. Dazu gehören: die Meienbergstraße, die Kaufmännerstraße, die Pilse, die Kürschnergasse und der Bereich vom Wenigemarktes bis zur Benediktiplatz. Aber auch unbedingt die Anwohner und Mieter der Wohn- und Geschäftshäuser Anger 73 bis Anger 79.

Ist die Zufahrt für alle berechtigten Fahrzeuge (Anwohner, Mieter, Handwerker, Lieferverkehr, Zustelldienste) mit Variante 1 technisch oder organisatorisch nicht möglich, egal ob in der Zeit begrenzt oder ohne zeitliche Einschränkung, kann auch auf Lösungen nach Variante 2 oder 3 verzichtet werden. Der Hauptverkehrsstrom Futterstraße-Wenigemarkt-Meienbergstraße wird mit den Lösungen nach Variante 1 oder 2 nicht unterbunden.

Entfällt Variante 1, hätte das auch Auswirkungen auf die vielfach bereits diskutierte Lösung, die Meienbergstraße für den Fahrradverkehr in beiden Richtungen freizugeben. Ein solche Freigabe kann nur bei Variante 1 funktionieren.

Kann Variante 1 nicht umgesetzt werden, wäre es wohl ökonomisch sinnvoller, die gegenwärtige Verkehrsvariante beizubehalten, aber die Verkehrsregeln (Halte- und Parkverbote) häufiger und vor allem auch in den Abendstunden zu kontrollieren und Verstöße auch schmerzlich zu ahnden (Bußgeld, Abschleppen).

Mit freundlichen Grüßen
ModeratorVEP1
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Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von ModeratorVEP1 »

Per E-Mail am 13.10.2021 eingegangen:

Sehr geehrter Herr Kintzel,
vielen Dank erstmal für die Möglichkeit an der Gestaltung der Innenstadt teilhaben zu dürfen.

Ich bin ganz klar GEGEN Variante 1, da ich meine [...] Praxis [...] genau in der engsten Stelle der Gasse zur Schotte habe. Wenn nun der Ausweichverkehr daran vorbei geführt werden sollte, dann kann ich meine Entspannungstherapien vergessen, denn meine Fenster sind nicht so gut schallisoliert und wenn jetzt schon PKWs vorbeifahren dröhnt oft das halbe Haus davon.

Der wichtigste Punkt ist jedoch, die enorme Gefährdung der Passanten, wenn Autos und Lieferverkehr bis zu 3,5t sich durch die Gasse zwängen, ich bin selber in den letzten Jahren schon mindestens zwei bis dreimal durch PKWs enorm gefährdet worden. Zudem ist im selben Haus die [...] Praxis einer Kollegin für Kinder und Jugendliche und wenn die Kinder vor der Tür warten und ein 3,5t Transporter fährt daran vorbei, sehe ich eine enorme Gefährdung für die Gesundheit der Passanten und auch meiner Patienten. Es ist jetzt schon teils so eng, dass man sich an die Hauswand drücken muss, um nicht umgefahren zu werden. Jeder kann dies gerne mal 10 Minuten dort ausprobieren, dann versteht man meine Argumente bestimmt sehr gut.

Meiner Meinung nach ist die potenzielle gesundheitliche Gefährdung schwerwiegender als die verständliche Lärmbelästigung der gut ausgelastetem Außengastronomie am Wenigemarkt. Wenn die gesamte Futterstraße per Verkehrszeichen gesperrt würde, mit Ausnahme von Bewohnern, Lieferverkehr und Übernachtungsgäste vom Hotel Kaisersaal und dies in der Anfangsphase auch vom Ordnungsamt kontrolliert werden würde, wäre bestimmt auch schon viel geholfen und es wäre mit Verkehrsschild auch noch viel günstiger als versenkbare Poller und der deren technischen Wartung.
15095013
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Registriert: Mittwoch 13. Oktober 2021, 13:19

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von 15095013 »

Sehr geehrter Herr Dr. Knoblich,

ich präferiere die Variante 1. Allerdings sollte noch ein zweites Zeitfenster für Lieferverkehr am Nachmittag eingerichtet werden. Wenn rechtlich möglich, sollten Fahrzeuge mit Verbrennungmotoren nicht in diesem Gebiet zugelassen werden bzw. mit einer erhöhten Schadstoffgebühr belegt werden. In anderen verkleichbaren historischen Altstädten, wie z.B. Montpellier, funktioniert die Verkehrsberuhigung erfolgreich bereits seit vielen Jahren.

Mit freundlichen Grüßen,
TR
der.schultze
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Registriert: Mittwoch 13. Oktober 2021, 20:34

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von der.schultze »

Guten Abend,

es ist bereits Vieles geäußert worden, dem ich mich großteils anschließen kann.
Ich befürworte ebenfalls die Variante 1 - Sperrung in Futterstraße.
clumsy_puffbohne
Beiträge: 1
Registriert: Freitag 15. Oktober 2021, 14:35

Re: Variante 1 - Diskussionsrunde

Beitrag von clumsy_puffbohne »

Auch ich möchte mich meinen Vorredner*innen anschließen.
Eine sinnvolle und wirksame Verkehrsberuhigung kann nur erreicht werden, wenn die Zufahrt frühzeitig durch physische Barrieren verhindert wird.

Trotz aller getroffenen bisherigen Maßnahmen (v.a. Begegnungszone) ist der Rückgang des Parksuchverkehrs, des unerlaubten Parkens durch Nicht-Anwohnende und vor allem durch die Auskostung der "Poserrunde" nur marginal zurückgegangen und quasi nicht spürbar. Der Wenigemarkt ist einer der schönsten Plätze in Erfurt und doch leidet die Aufenthaltsqualität sehr unter regelmäßigem Aufheulen von Auspuffanlagen und dem ruhenden Verkehr, welcher oft auch Sicht- und Gehachsen versperrt. Das Feeling einer historischen Innenstadt geht hierdurch leider viel zu oft verloren.

Allerdings gilt es ebenfalls gute Lösungen für Anwohner*innen und Gewerbe zu finden - dies sind allerdings aus meiner Sicht keine unlösbaren Probleme.
Wichtig ist hier eine rechtzeitige Ankündigung der Sperrung, um Wendemanöver und eine Verlagerung des Parksuchverkehrs, insbesondere von ortsunkundigen Personen, in andere Straßen zu vermeiden (bspw. Schottengasse und Schottenstraße)

Überdies hätte eine Verkehrsberuhigung des Wenigemarktes auch einen gewissen Charme für den Fahrradverkehr.
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