Stadionbau

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ModeratorBBH3
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Stadionbau

Beitrag von ModeratorBBH3 » Mittwoch 23. September 2009, 12:47

Eine Entscheidung wie die Bereitstellung von Millionen für einen Stadionneubau sollte in einem demokratischen Gemeinwesen nicht ohne das Aufzeigen von Alternativen für die Mittelverwendung getroffen werden. Die Frage ist nicht allein, ob das Stadion neu oder umgebaut werden soll, sondern die zwingend mit zu klärende Frage ist, was in einem solchen Fall alles nicht mehr finanzierbar ist bzw. was alles finanziert werden könnte, wenn auf den Neubau oder einen aufwendige Sanierung verzichtet würde. Die Frage ist nicht allein, wie ich eine Minderheit von Stadienbesuchern und -nutzern beglücke, sondern gleichermaßen, welche Konsequenzen dies für eine Mehrheit von Bürgerinnen und Bürgern hat, in deren täglichem Leben ein Großstadion so gut wie keine Rolle spielt, wohl aber Schulen, Kindertagesstätten, Freizeit- und Kultureinrichtungern, Vereine , ehrenamtliche Einrichtungen usw.

Vorschlag:
- ohne Alternativ-Szenarien und entsprechende Durchrechnung für einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren keine Großprojekte wie den Stadionneubau

Zu diesem Vorschlag gab es Zustimmung, ergänzende Vorschläge und Kritik:

- Demokratische Abstimmung der Erfurter Bürger bei einer so großen Investition

- 5 EUR Aufschlag je Fußball-Ticket für Großeinsätze der Polizei

- Verwendung des Geldes eher für Sanierung von Schulen (Summe von 30 Mio. aufgeteilt auf 60 Schulen bliebe für jede Schule immer noch 500.000 EUR.)

- Aber der größte Teil der Summe soll über Fördermittel des Landes fließen und steht damit keineswegs automatisch für andere städtische Projekte zur Verfügung.

- Eine Landeshauptstadt braucht auch ein Stadion. Perspektivisch gesehen sollte man das auch nicht an der Leistung des RWE festmachen, denn Hannover oder Hoffenheim sind ein Beispiel dafür, wie innerhalb einer Zeitraums von 5-10 Jahren ein Verein an Popularität, Respekt und Zuschauern gewinnen kann. Hier geht es ja um eine multifunktionale Nutzung.

Vorschlag kam von Ökosozial. Beiträge kamen von Museumsfreund, Bürger_Mühlenviertel, Erfurter_Radfahrer, Enrico, UZi, Quotenbayer, einem E-Mail Nutzer, christian und Christian S

Die originale Diskussion finden Sie hier: http://forum.erfurt.de/viewtopic.php?f=24&t=35&start=0

schotte
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Re: Stadionbau

Beitrag von schotte » Dienstag 29. September 2009, 10:52

Sehr geehrter Museumsfreund, an Ihrem Beitrag und Ihrem Namen sind Parallelen zu erkennen, welchem gesellschaftspolitischem Zweck Sie nahe stehen. Natürlich sind Sanierungen von Schulen von hoher Priorität aber der Sport und vorallem der Fußball hat eine hohe soziale Funktion für alle Altersklassen und Geschlechter in einer Kommune.

Museumsfreund
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Re: Stadionbau

Beitrag von Museumsfreund » Freitag 2. Oktober 2009, 16:48

[quote="schotte"]Sehr geehrter Museumsfreund, an Ihrem Beitrag und Ihrem Namen sind Parallelen zu erkennen, welchem gesellschaftspolitischem Zweck Sie nahe stehen. Natürlich sind Sanierungen von Schulen von hoher Priorität aber der Sport und vorallem der Fußball hat eine hohe soziale Funktion für alle Altersklassen und Geschlechter in einer Kommune.[/quote]

Was soll diese Erklärung? Ich habe mich als einer der wenigen ausdrücklich für den Stadionbau erklärt und die zahlreichen vermeintlichen Alternativen mit Schulsanierungen etc. in Frage gestellt. Also einfach mal in der originalen Diskussion nachlesen, tatsächlich erweckt die Zusammenfassung den Eindruck, alle Beiträger stünden dem Projekt mehr oder weniger skeptisch gegenüber.

Mit Blick auf die Diskussionsvorgaben in Phase 2 verweise ich nochmals auf die erfolgreich realisierten Stadionbauten in Leipzig, Magdeburg und Dresden.

schotte
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Re: Stadionbau

Beitrag von schotte » Mittwoch 7. Oktober 2009, 07:54

Hallo Museumsfreund, tut mir leid. Ich hab da wohl die Personen verwechselt. Entschuldigung.

Bürger Martin
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Re: Stadionbau

Beitrag von Bürger Martin » Donnerstag 8. Oktober 2009, 15:02

Bei einer Stadionsanierung oder bei einem Neubau am derzeitigen Standort sollten auch die Eingangssituation und das Umfeld verbessert werden. Die Brachfläche "Lingel" ist keine schöne Eintrittspforte für Erfurt. Vielleicht wäre ein Parkhaus vor der Thüringenhalle und Anwohnerparken im Rahmen des Stadionausbau eine Lösung für den Park-Ride-Verkehr. Für einen Stadionausbau neben IKEA spricht die Verkehrsanbindung und die Möglichkeit von Open-Air-Veranstaltungen (Rock-Konzerte) für alle Thüringer und für uns Puffbohnen. Dazu müsste jedoch die Straßenbahn über Schmira verlängert werden. Bei dieser kombinierten Lösung würden aufgrund der wirtschaftlichen Erträge durch den Stadionbetrieb als Fußball- und Kultur- und Messestandort private Investoren mitmachen. Gleichzeitig würden für RWE, wie bei den Bayern, deutliche zusätzliche Einnahmen für den Fussball- und Breitenfussball anfallen. Dies würde sicherlich den Weggang vom alten Standort deutlich entschädigen.

Bürger
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Re: Stadionbau

Beitrag von Bürger » Freitag 9. Oktober 2009, 21:42

Bei einem Haushaltsloch von 75 Mio. € kann sich eine "arme" und von Transferzahlungen abhängige Stadt wie Erfurt keinen Stadion Neu- bzw. Ausbau in der diskutierten Größenordnung leisten, zumindest nicht aus dem Steueraufkommen der Bürger.

Bei der Diskussion sollte berücksichtigt werden, dass es nicht bei den reinen Investitionskosten bleibt, sondern die Betriebskosten für das neue und ggf. vergrößerte Stadion (z. B. wegen der Rasenheizung) deutlich höher ausfallen dürften.

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