Bürgerbeteiligung

Das Forum zum Neubau der Rathausbrücken war bis zum 13. März 2015 12:00 geöffnet.
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Stadtbürger
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Bürgerbeteiligung

Beitrag von Stadtbürger » Donnerstag 5. März 2015, 08:28

Die ganze Angelegenheit wurde so verfahren und verhärtet, weil die Stadtverwaltung dachte, mit der Bekanntmachung im 14-tägig erscheinenden Amtsblatt wäre die Bürgerbeteiligung abgehakt. Das mag rein rechtlich richtig sein, aber bei solch einem sensiblen und für die Stadt wichtigen Thema reicht das eben nicht aus. Welcher Otto-Normalverbraucher liest das Amtsblatt mit dem Kauderwelsch aus B-Plan-Bekanntmachungen und Klopapier-Ausschreibungen schon so akribisch und filtert die brisanten Themen heraus? Das ist schon mehmals in die Hose gegangen (Bahnhofsvorlatz, Anger etc.) und dann musste die Stadt auf Steuerzahlerkosten bzw. Stromzahlerkosten (Sponsoring der nachträglichen Angerbäume durch die SWE) teuer nachbessern. Man hätte meinen können, die Verwaltung hätte daraus gelernt. Aber das ist offensichtlich nicht so. Solche Informationen müssen jedoch nicht unverhältnismäßig aufwändig sein, sie können durch allgemeinverständliche Flyer, Pressekonferenzen u.ä. unters Volk gebracht werden.
Richtig hochgekocht ist die Sache dann mit den "qualifizierten" Aussagen vom Stadtentwicklungsdezernenten Spangenberg, "die Krämerbrückenbäume versperrten eh nur die Sicht" oder "Wer in der Nordhäuser Straße seinen Vorgarten nicht hergibt, wird eben enteignet". So wird leider nicht zur Versachlichung beigetragen und so kann die Verwaltung auch nicht mit den Bürgern umgehen, die diese schließlich ja alimentieren.
Unter Würdigung des jetzigen Sachstandes muss man feststellen, dass der Erhalt der Bäume in diesem Fall nur Krampf ist und leider zu keiner guten Lösung führt. Man sollte die jetzige Lösung umsetzen und dabei vernünftig große Ersatzbäume pflanzen. In 10 Jahren sieht dann wieder alles schön grün aus.
Zum Schluss: Manche Argumente der vermeintlichen Baumschützer, die die Brücke im Zweifel ganz in Frage stellen, sind schon arg egoistisch. Man kann nicht im absoluten Zentrum der Stadt mit allen seinen Vorteilen wohnen, aber eine ländliche idylle beanspruchen. Die hat es nie gegeben und sollte im Sinne einer Urbanität auch nicht das Ziel sein.

Christine Beckert
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Re: Bürgerbeteiligung

Beitrag von Christine Beckert » Samstag 7. März 2015, 18:49

Stadtbürger hat geschrieben:Unter Würdigung des jetzigen Sachstandes muss man feststellen, dass der Erhalt der Bäume in diesem Fall nur Krampf ist und leider zu keiner guten Lösung führt. Man sollte die jetzige Lösung umsetzen und dabei vernünftig große Ersatzbäume pflanzen. In 10 Jahren sieht dann wieder alles schön grün aus.
Wer entscheidet eigentlich, was "gut" ist?
Stadtbürger hat geschrieben:Zum Schluss: Manche Argumente der vermeintlichen Baumschützer, die die Brücke im Zweifel ganz in Frage stellen, sind schon arg egoistisch.
Den Neubau der Brücke haben die "vermeintlichen Baumschützer" nie in Frage gestellt. Ich empfehle Ihnen, nicht nur die Stadtseite als Informationsquelle zu nutzen, sondern auch die Website der BI: http://www.stadtbäume-statt-leerräume.de
Stadtbürger hat geschrieben:Man kann nicht im absoluten Zentrum der Stadt mit allen seinen Vorteilen wohnen, aber eine ländliche idylle beanspruchen. Die hat es nie gegeben und sollte im Sinne einer Urbanität auch nicht das Ziel sein.
Die BI kämpft für einen der wenigen noch grünen Orte in der Stadt. Von "ländlicher Idylle" kann hier wohl nicht mal im Ansatz die Rede sein. Hat man das tiefe menschliche Bedürfniss (durch Studien bewiesen), wenigstens etwas Grün in seinem weiteren Wohnumfeld zu wissen, bei Einzug in die Erfurter Innenstadt (hier wohnen immerhin 10% aller Erfurter), im Rathaus abzugeben? Dass Urbanität, in Zeiten des Klimawandels, vielleicht auch einer gewandelten Definition bedarf, haben Stadtplaner anderswo übrigens bereits erkannt.

Concivis
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Re: Bürgerbeteiligung

Beitrag von Concivis » Sonntag 8. März 2015, 13:44

Stadtbürger hat geschrieben: Unter Würdigung des jetzigen Sachstandes muss man feststellen, dass der Erhalt der Bäume in diesem Fall nur Krampf ist und leider zu keiner guten Lösung führt. Man sollte die jetzige Lösung umsetzen und dabei vernünftig große Ersatzbäume pflanzen. In 10 Jahren sieht dann wieder alles schön grün aus.
Zum Schluss: Manche Argumente der vermeintlichen Baumschützer, die die Brücke im Zweifel ganz in Frage stellen, sind schon arg egoistisch. Man kann nicht im absoluten Zentrum der Stadt mit allen seinen Vorteilen wohnen, aber eine ländliche idylle beanspruchen. Die hat es nie gegeben und sollte im Sinne einer Urbanität auch nicht das Ziel sein.
Das halte ich für den falschen Ansatz. Es geht um einen Kompromiss. Nicht um Machtdemonstration gegenüber "Baumschützern". Wir bauen kein international bedeutsames Infrastrukturprojekt, dessen Verhinderung eine Lücke in ein transeuropäisches Eisenbahnnetz schlagen würde und deswegen wirklich egoistisch wäre(wie Stuttgart21), sondern eine einfache Brücke. Es muss doch möglich sein, Kritk an falschen Planungszielen zu üben, ohne am Ende in die (naiv-)grüne Ecke geschoben zu werden. Es kristallisiert sich doch mehr und mehr heraus, dass die Planungsvariante der Verwaltung top ist - unter den gegebenen Anforderungen. Diese Anforderungen sind aber falsch priorisiert und definiert worden, und machen daher eine Neuplanung erforderlich. Warum aus diesem Fehler gleich ein Glaubenskrieg zwischen den "uneinsichtigen" Verwaltungsangehörigen und den "überemotionalen" Bürgern vom Zaun gebrochen wird, erschließt sich mir nicht. Die Bürger einer Stadt sollten immer noch am Besten wissen, in was für einer Stadt sie leben wollen. Die Verwaltung sollte das dann aus einer Laiensprache in die Fachsprache übersetzen, ohne zu stark vom ursprünglichen Sinn abzuweichen.

PS: "Große" Ersatzbäume brauchen statt 45 Jahren nur 35, um das aktuelle Baumvolumen zu schaffen. Sie wären enttäuscht, was für mickrige Streichhölzer heute als "große" Ersatzpflanzungen bezeichnet werden.

FrauAnne
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Re: Bürgerbeteiligung

Beitrag von FrauAnne » Montag 9. März 2015, 22:06

@Concivis: stimme ihnen voll und ganz zu!

Dreizehnter9
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Re: Bürgerbeteiligung

Beitrag von Dreizehnter9 » Mittwoch 11. März 2015, 22:16

Sehr geehrte Damen und Herren der Fachebene, machen Sie es künftig besser!
Beziehen Sie die Bürgerebene frühzeitig und laufend in Planungen ein und schaffen Sie Möglichkeiten, deren Meinungen zur Kenntnis zu nehmen, zu berücksichtigen, zu bedenken und weitestgehend auszuräumen.
Sehr geehrte Damen und Herren der Politikebene, machen Sie es künftig besser!
Hinterfragen Sie grundsätzlich, bevor Sie über Planungen der Fachebene entscheiden, die die Bürger unserer Stadt von 0-100 betreffen, ob und über welche Wege und Formen deren Meinungen bedacht, berücksichtigt und weitestgehend ausgeräumt wurden.
Sehr geehrte Damen und Herren der Fach-und Politikebene, halten Sie an den Planungen und bereits getroffenen Entscheidungen zum Neubau der Rathausbrücke fest! Verhindern Sie erneute Planungsausgaben! Die Stadt hat im wahrsten Sinne des Wortes viele Baustellen. Machen Sie es bei deren Planungen und Entscheidungen künftig GEMEINSAM besser!!!

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