Stadtgrün - Was andere sagen ...

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Christine Beckert
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Stadtgrün - Was andere sagen ...

Beitrag von Christine Beckert » Donnerstag 5. März 2015, 19:30

"Unsere Umwelt ist ein hohes Gut!" erinnerte in der gestrigen Stadtratssitzung eine Stadträtin der SPD ihre Kollegen. Eigentlich ist das nur die Feststellung einer unbestreitbaren Tatsache, sollte man meinen. Umso trauriger ist es, dass gerade in Städten, das Thema Natur und Umwelt auf einem der hinteren Ränge in der Wichtigkeit rangiert. Im Jahr 2030 werden weltweit ca. 70 % aller Menschen in Städten leben. In Deutschland sogar 80%. Wenn wir die Umwelt zum Positiven verändern wollen, müssen wir in der Stadt damit anfangen. Manche Städte haben das erkannt. Erfurt gehört meiner Meinung noch nicht dazu. Die Leichtfertigkeit, mit der man hier am Reißbrett alte Bäume ausradiert, macht mich traurig. Die Rathausbrücke ist nur ein Beispiel von Vielen.

Christine Beckert
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Beitrag von Christine Beckert » Donnerstag 5. März 2015, 19:48

"Städte konkurrieren heute nicht nur mit ihrer Ausstattung an Arbeitsplätzen, ihren guten öffentlichen Verkehrsleistungen und ihren kulturellen Angeboten. Natur in der Stadt steigert die Lebens- und die Umweltqualität. Deshalb müssen Grünflächen in unseren Städten erhalten und ausgebaut werden. Hierzu ist politischer Wille notwendig ..." schrieb Sigmar Gabriel seinerzeit als Bundesumweltminister. (in "Menschen bewegen –
Grünflächen entwickeln")

Ja, ja - der politische Wille. Bäume haben leider keine Lobby. Aber Erfurt demnächst ja die BUGA. Und dann wird alles schön und grün. Wen interessiert dann schon, dass es an der Rathausbrücke auch mal schön und grün war.

Erfurt-Brückenstadt
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Re: Stadtgrün - Was andere sagen ...

Beitrag von Erfurt-Brückenstadt » Donnerstag 5. März 2015, 20:08

Sie haben so recht. Der Leidensdruck über die fast unmenschlichen Bedingungen in der Innenstadt Erfurts hat schon zu massiven Leerstand bei Wohn- und Gewerbeimmobilien geführt. Von den rasant nach unten rauschenden Mietpreisen ganz zu schweigen.

Warum wird der für die Innenstadt geltende Einzelfall Rathausbrücke immer gleich als generelles Armagedon für die Zukunft Erfurt stilisiert? Und bitte keine Verweise zu MuFu und Steiger, dass ist zwar schade aber wird stets ein Sonderfall bleiben.

PRO-Brücken
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Re: Stadtgrün - Was andere sagen ...

Beitrag von PRO-Brücken » Donnerstag 5. März 2015, 21:05

Christine Beckert hat geschrieben:"Städte konkurrieren heute nicht nur mit ihrer Ausstattung an Arbeitsplätzen, ihren guten öffentlichen Verkehrsleistungen und ihren kulturellen Angeboten. Natur in der Stadt steigert die Lebens- und die Umweltqualität. Deshalb müssen Grünflächen in unseren Städten erhalten und ausgebaut werden. Hierzu ist politischer Wille notwendig ..." schrieb Sigmar Gabriel seinerzeit als Bundesumweltminister. (in "Menschen bewegen –
Grünflächen entwickeln")

Ja, ja - der politische Wille. Bäume haben leider keine Lobby. Aber Erfurt demnächst ja die BUGA. Und dann wird alles schön und grün. Wen interessiert dann schon, dass es an der Rathausbrücke auch mal schön und grün war.
Oh! Na jetzt zitieren Sie schon die Politiker, die sonst so oft kritisiert werden?
Es wird Zeit, dass Sie sich mal mit den Plänen der Gesamt-BUGA-Flächen beschäftigen. Haben sie eine Vorahnung wieviel hunderte Bäume dort weg müssen um die ganzen BuGa-Visionen umzusetzen? Wahrscheinlich nicht?! Dagegen wirkt die übrigens sehr gut geplante MuFu wie ein Klacks.
Vergessen sie bitte nicht, wenn Sie dieses Jahr evtl. zur LaGa nach Schmalkalden fahren die alten Landstraßen zu nutzen. Durch die A71 wurden tausende Bäume gefällt und abertausende wieder gepflanzt!
Und? Wenn hats gejuckt? Nicht mal den viel gescholtenen Sack Reis in China. Heute nutzen alle gerne diese Nord/Süd-Verbindungstrasse und freuen sich, dass sie von Suhl nach erfurt keine 2 h mehr brauchen.
Gilt übrigens für die ICE-Strecke ebenso. Nur der ICE fährt halt noch nicht...

florinchen
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Re: Stadtgrün - Was andere sagen ...

Beitrag von florinchen » Samstag 7. März 2015, 12:08

es ist immer wieder interessant, wie die Stadtverwaltung und deren bestellte Foren-Schreiberlinge Äpfel und Birnen vergleichen: es geht um das GRÜN, die Bäume und die seit Jahren kaum noch vorhandenen Blumen in der Innenstadt (und nicht entlang der Autobahn!).
Den Bürgern wird mit falschen Zahlen und fehlendem öffentlich einsehbaren Baumkataster suggeriert wie grün doch Erfurt geworden sei und wie toll doch der Anger umgebaut wurde....nach der "Freistellung" der zugegebenenmaßen schön restaurierten Fassaden und dem teuren Granitpflaster, das nach wenigen Jahren auch nicht besser als Beton aussieht...eine riesige kahle Fläche, die nicht mehr zum Verweilen einläd..
Welche Aufenthaltsqualität hat die Innenstadt (außer in den Biergärten)?
Die früher vorhandene "Gemütlichkeit" der Innenstadt durch baumbeschattete Bänke am Anger, Blumenbeete ist dem Kommerz und den fehlenden Mitteln für die Pflege zum Opfer gefallen,
An der Krämerbrücke Nord wird auf "Kühle Sachlichkeit" modernisiert, man wird sich auf schwarzem Betonstein um die 3 letzten großen Bäume setzen dürfen...an der Südseite wird uns wohl in Zukunft eine kahle, im Sommer aufgeheizte autobahnähnliche Rathausbrücke und eine Schotterrasen-Südinsel mit 4 DIN-gerechten Bäumen empfangen...
Also ICH werde dann (im Gegensatz zu früher) mein Grundstück im Erfurter Süden mit Garten und vielen Bäumen vorziehen um z.B. im Sommer mein Eis zu essen- nur was machen die Bewohner und Besucher der Innenstadt??
Blumenstadt??? ist die Stadt Erfurt leider schon lange nicht mehr, denn das gilt nur noch für die EGA!
BUGA? die Entwürfe dazu wurden leider auch OHNE entsprechende Bürgerbeteiligung in der Planungsphase gemacht....denn die Stadtverwaltung glaubt noch immer, im Interesse der Bürger zu planen und zu entscheiden.....

doch "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus" (Artikel 20 Grundgesetz)
man müßte es nur erlauben....

Ralf Müller
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Re: Stadtgrün - Was andere sagen ...

Beitrag von Ralf Müller » Samstag 7. März 2015, 16:16

@florinchen

Ein paar Zahlen schaffen es dann doch gelegentlich in die Öffentlichkeit.

Ich habe vorhin einen Artikel von jenapolis.de entdeckt: Diskrepanz zwischen Fällung und Neupflanzungen von Bäumen in Erfurt. Zusammengefasst: in den Jahren 2013 bis 2014 sind in Erfurt 1138 Bäume gefällt und nur 878 nachgepflanzt worden.

Wenn ich mir das Bild oben in dem Artikel anschaue fällt mir noch die Zusatzfrage ein, ob die Statistik der Fällungen die nach der Neupflanzung wieder abgestorbenen Setzlinge beinhaltet oder ob die noch dazu kommen.

Und klar - gefällt werden meist ältere Bäume. Neu gepflanzt selbst im besten Fall meist nur Setzlinge deren Stamm man als Erwachsener mit beiden Händen umfassen kann. Wenn dann auch noch die absolute Zahl der Neupflanzungen unter der der Fällungen liegt ist das ein wirklich schlechtes Zeichen.

Concivis
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Re: Stadtgrün - Was andere sagen ...

Beitrag von Concivis » Sonntag 8. März 2015, 12:40

Städtebaulich ist Erfurt ein klassischer Vertreter der italienischen Plazas. Weite, vollversiegelte Flächen, bewusst ohne oder nur mit wenigen Bäumen bepflanzt. Stadtgrün gilt in diesem Leitbild als verwerfliches Zeichen von Provinzialität! Ich mag garnicht daran denken, was passiert, wenn die Domplatzsanierung in Angriff genommen wird. Der Streit um die Rathausbrücke ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die Ausrichtung auf dieses Leitbild korrigiert werden muss!

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